Abschiebung mit Gewalt verhindert

Erstellt am 29. Juli 2017 | 02:34
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Der Algerier muss für neun Monat ins Gefängnis.
Foto: Archiv
Polizisten bringen Algerier in Flieger. Dort spuckt er die Beamten an und schlägt wild um sich, bis er von Bord gewiesen wird.
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„Sie haben mich totgeprügelt“, beklagt der 33-jährige Algerier gleich zu Prozessbeginn und bekennt sich „halbschuldig“.

„Dafür sitzen Sie recht lebendig vor mir, ohne eine Schramme oder amtlich festgestellte Verletzung“, kommentiert Richter Manfred Hohenecker den Vorwurf des Beschuldigten von Polizeigewalt und meint nach dem Vortrag des Anklägers: „Sie haben sich mit Fußtritten und Kopfstößen gegen die Abschiebung gewehrt und sich damit mit Gewalt einer Amtshandlung widersetzt.“

„Ich habe nur mit dem Kopf gestoßen, mit den Füßen habe ich nicht hingetreten“, beteuert der Algerier und spricht erneut von Gewalt der Polizisten.

„Die haben nur ihren Job gemacht. Die Polizisten haben Sie sogar an Bord des Fliegers getragen. Dort haben Sie es aber mit Spuckattacken gegen andere Fluggäste und Ihrem Geschrei geschafft, von Bord gewiesen zu werden“, bringt es der Richter auf den Punkt.

Er verhängt über den Algerier wegen Widertandes gegen die Staatsgewalt eine neunmonatige Gefängnisstrafe. Der 33-Jährige meldet allerdings sofort volle Berufung an.

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