Die Lokale im Bezirk Bruck füllen sich langsam. Die Kontrolle der 3G-Regel funktioniert im Bezirk im Grunde problemlos. Gästefrequenz könnte aber noch höher sein.

Von Josef Rittler, Peter Gerber Plech, Nicole Frisch und Max Stepan. Erstellt am 28. Juli 2021 (04:03)
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Wirt Andreas Kurz eröffnete mit Ende Juni sein Lokal in Gramatneusiedl
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Etwas mehr als zwei Monate ist es her, dass die Gastronomiebetriebe wieder öffnen durften. Seither gab es einige Lockerungsmaßnahmen seitens der türkis-grünen Regierung. Allerdings ist die 3G-Regel nach wie vor ein Muss für einen Besuch im Gasthaus. Die Gastronomen nehmen die Kontrolle der Gäste zur Kenntnis und berichten im Grunde von keinerlei Problemen. So auch Andreas Kurz, der Ende Juni das Pop-Up-Lokal im Gramatneusiedler Gemeindezentrum eröffnet hat. Mit den Corona-Maßnahmen innerhalb des Restaurants gibt es laut Kurz keine Probleme, die 3G-Regel wird ordnungsgemäß kontrolliert und von den Kunden eingehalten, ebenso die Registrierungspflicht.

Mit seinem Restaurant wollte er einen neuen Treffpunkt im Ort für alle Altersgruppen schaffen und die Gastronomie in der Gemeinde erweitern. Trotz der derzeit generell schwierigen Situation für Gastronomen, ist Kurz mit seinem Konzept recht zufrieden: „Unser Außenbereich ist bei Schönwetter immer sehr voll besetzt. Das neue Lokal dürfte sich langsam herumsprechen und wir dürfen regelmäßig viele Gäste begrüßen.“ Auch Veranstaltungen sind bereits in der Zukunft geplant: „Beim Sommerkino der Grünen neben dem Gemeindezentrum, werde ich unter anderem das Catering übernehmen.“

Wir hören oft Sätze wie ‚Ihr seid die Einzigen, die kontrollieren‘.“ Walter Fichtenbauer vom Heurigen „Reblaus“ in Leopoldsdorf

Diskussionen bei der Überprüfung der 3G-Regel führt auch der Mannersdorfer Wirt Johann Schneider kaum. Dass sich die Gäste weiterhin registrieren müssen, macht für das Personal im Jägerhof keinen Unterschied. „Wir sind das schon gewohnt, wir machen das automatisch“, hält er fest. Generell gibt sich Schneider optimistisch: „Wir kehren langsam zurück zur Normalität.“ Die Stammgäste sind in sein Lokal jedenfalls bereits zurückgekehrt, auch neue Gäste kommen vorbei. Dies führt er unter anderem auf den Mannersdorfer Kultursommer, der am Freitag eröffnet wurde, zurück. „Manche wollen vorher noch etwas essen, die fangen wir ab“, lässt er wissen. Während das „Normalgeschäft“ wieder läuft, bleiben größere Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten großteils noch aus. „Viele trauen sich noch nicht so richtig“, meint Schneider.

Dass aufgrund der Delta-Variante des Coronavirus nun weitere Lockerungen vorerst abgeblasen sind, bringt Walter Fichtenbauer vom Leopoldsdorfer Heurigen „Reblaus“ in Rage: „Diese Frage ist nicht beantwortbar ohne in Wut auszubrechen. Aber dieses Spiel muss gespielt werden, denn sonst könnte man ja nicht die bereits im Februar in Aussicht gestellte Welle vier für den Herbst durchziehen. Zusätzlich gibt es ja schon die neue Variante Namens Lambda.“ Immerhin hätte das griechische Alphabet 24 Buchstaben, ätzt er.

Die 3G-Kontrolle nimmt der Heurigenwirt dennoch sehr ernst. „Alle Gäste werden ausnahmslos kontrolliert und für den Fall, dass jemand nichts mit hat bei uns getestet oder bei Widerwillen weggeschickt“, erklärt er. Nicht alle Gäste würden das verstehen und „wir hören oft Sätze wie ‚Ihr seid die Einzigen, die kontrollieren‘.“ Generell hält er etwas süffisant fest: „Eigentlich sollte es ein viertes G geben, nämlich gesund.“

Deutlich amikaler sieht Michaela Gansterer-Zaminer, Wirtin im „Goldenen Anker“ in Hainburg, die Situation. „Worüber meine Mitarbeiter und ich im Augenblick am meisten froh sind, ist, dass wir keine Maske mehr tragen müssen“, sagt sie. Die 3G-Regel sei leicht einzuhalten und zu kontrollieren, die Registrierung manchmal etwas mühsam. Geschätzte 80 Prozent der Gäste seien ohnedies geimpft.

Einzig die Kundenfrequenz selbst lasse ein wenig zu wünschen übrig. „Die Österreicher fahren jetzt doch ins Ausland, während Gäste vor allem aus Übersee fehlen“, so Gansterer-Zaminer. „Ich bin aber trotzdem zuversichtlich, dass die Saison gut wird“, ergänzt die Hainburgerin.

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