Gastro-Szene im Umbruch. Kommen und Gehen / Ein Hofer Lokal wurde geschlossen, das Dorfwirtshaus komplett umgebaut und im Spätsommer eröffnet ein Landwirte-Ehepaar ein neues Restaurant.

Von Otto Havelka. Erstellt am 18. Mai 2014 (07:00)
NOEN, Havelka
Die Landwirte Michaela und Walter Stoynitsch eröffnen im Spätsommer ein neues Restaurant mit regionaler Küche. Foto: Havelka
Für Lokalbesucher im Ort hatte es die heurige Fastenzeit in sich: Drei Wochen lang war das „Wia z'haus“ vor Ostern am Hauptplatz zugesperrt. Und gleichsam als zusätzliche Fastenkur sperrte auch noch „Erix Cafe“ – beliebter Treff am Wochenende – auf der anderen Straßenseite zu. „Aus persönlichen Gründen“, wie der Eigentümer verlauten ließ.

Seit Kurzem erstrahlt das „Wia z'haus“ aber in neuem Glanz. Die urige Wirtsstube wurde zu einem eher mondän wirkenden Lokal umgebaut. Wie viel Hannes und Silke Kraus, die vor drei Jahren den Familienbetrieb übernahmen, dafür investierten, wollen sie nicht verraten.

Jedenfalls haben sie mit dem Umbau einen mutigen Imagesprung gewagt. „Wir wollten das Lokal für neue Gästeschichten attraktiver gestalten. Die Frage war aber, wie das bei unseren Stammkunden ankommt“, erklärt Silke Kraus. Es kam ebenso gut an wie die sanfte Revolution auf der Speisekarte.

Mit dem Anschluss an die Initiative „GenussRegion“ hielten auch Gerichte wie Ziegenbällchen auf Blattsalat mit Paprika und Tomaten oder Waldviertler Mohnknödel Einzug auf der Speisekarte.

Neueröffnung mit eigenem Gemüse

In der zweiten August-Hälfte wollen auch die Hoferin Michale Stoynitsch und ihr Vorarlberger Gatte Walter ihr Lokal „W.u.M.“ nach zwei Jahren Pause in der Marktstraße wieder aktivieren. Die beiden betreiben in Hof eine Landwirtschaft mit Direktvermarktung und versorgen zahlreiche Lokale im Umkreis von 50 Kilometern mit frischem Gemüse.

Nun will der Koch und Jäger Walter Stoynitsch auch selbst für die Hofer aufkochen. In dem neu gestalteten Lokal mit Gastgarten sollen rund 60 Gäste Platz finden.

Sein Rezept: Saisonale Küche mit möglichst vielen frischen Zutaten aus der eigenen Landwirtschaft oder von regionalen Lieferanten. Dazu Weine ausschließlich aus der Region. Auch preislich soll sich das Niveau zwischen gediegen und bodenständig einpendeln.