Erster Schritt in die Freiheit. Bundespräsident Alexander van der Bellen enthüllte ein Denkmal an den "Marsch der Freiheit": am 10. Dezember 1989 hatten sich zehntausende Menschen aus Bratislava auf den Weg über die Grenze nach Hainburg gemacht.

Von Josef Rittler. Erstellt am 11. Dezember 2019 (06:14)

Vor genau 30 Jahren hatten sich zwischen 50.000 und 150.000 Slowaken auf den Weg über die Grenze nach Hainburg a. d. Donau gemacht. Der 10. Dezember - der Internationale Tag der Menschenrechte - wurde so zu einer der historischen Großkundgebung des Falls des Eisernen Vorhanges in der Tschechoslowakei. Am selben Tag ernannte der tschechoslowakische Präsident Gustav Husak die neue föderale Regierung und trat zurück. Die Einwohner von Hainburg waren überrascht und hießen die Besucher mit Brot und Salz willkommen.

Zum Andenken an diesen historischen Tag wurde im Innenhof des Hotels "Altes Kloster" von Bundespräsident Alexander van der Bellen eine Gedenktafel enthüllt. Sie soll später auf dem Braunsberg aufgestellt werden. "Es war damals ein erster Schritt in die Freiheit und zurück nach Europa", sagte der Bundespräsident, der auch darauf hinwies, dass die Erinnerung an diese Begebenheiten wachgehalten werden müsse, weil die Werte Freiheit und Demokratie auch heute noch verteidigt werden müssten.

Im Anschluss an die Enthüllung fand in der Kulturfabrik ein Symposion mit dem Bundespräsidenten und prominenten österreichischen und slowakischen Zeitzeugen statt. Die ebenfalls erwartete slowakische Präsidentin Zuzana Čaputová hatte wegen Krankheit kurzfristig abgesagt.

Beim Empfang in der Kulturfabrik: Stadtamtsdirektor Ewald Bergmann, VP-Gemeinderätin Michaela Gansterer-Zaminer, Historiker Stefan Scholz, Miroslava Grubmüller (Vorsitzende der Sparkassen-Privatstiftung Hainburg).
Josef Rittler

Wie der ehemalige Vizekanzler Erhard Busek, Ex-Verteidigungsminister Werner Fasslabend und die slowakischen Organisatoren des Marsches die historischen Ereignisse von 1989 erlebt haben, lest ihr in der nächsten Ausgabe der Brucker NÖN!