Das Aufarbeiten begann erst spät

155 Menschen aus dem Lager in der Fischamender Straße sind in Bruck beerdigt.

Erstellt am 23. Juni 2021 | 04:16
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Foto: Bilderbox.com

In der Bezirkshauptstadt befanden sich in der NS-Zeit an drei Stellen Lager für Zwangsarbeiter. Laut einer Liste des Bundesdenkmalamts waren am Gelände der Zuckerfabrik polnische Zwangsarbeiter untergebracht. Der genaue Standort eines weiteren Gefangenenlagers ist unklar.

Gut dokumentiert ist hingegen mittlerweile die Geschichte des Zwangsarbeiterlagers in der Fischamender Straße und Am Stadtgut. Dort waren ab Oktober 1944 ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter zur Errichtung eines Südostwalls in Scheunen eingesperrt.

Zwischen Dezember 1944 und März 1945 kamen 155 Zwangsarbeiter ums Leben. Am 29. März 1945 erfolgte – wie im slowakischen Engerau – der Befehl zur „Evakuierung“ der jüdischen Arbeiter im Bauabschnitt Bruck nach Bad Deutsch Altenburg. Von dort wurden sie nach Mauthausen gebracht und auf einen weiteren Marsch nach Gunskirchen bei Wels getrieben. Nur wenige erlebten die Befreiung durch die US-Truppen im Mai 1945.

2009 wurde am Brucker Friedhof eine Gedenkstätte für die 155 Menschen errichtet, die an dieser Stelle in 32 Schachtgräbern beerdigt sind.