Brucker wegen Betrug angeklagt: Welches Delikt soll es sein?

Erstellt am 28. Juli 2022 | 04:56
Lesezeit: 3 Min
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Der plötzliche Geldregen auf seinem Konto will dem Angeklagten nicht seltsam vorgekommen sein. Jedenfalls hatte er keine Skrupel, das Geld auszugeben.
Foto: Shutterstock/BurAnd
Brucker war wegen Betrugs angeklagt. Der Vorfall hätte sich aber auch als Geldwäsche herausstellen können. Am Ende wurde er freigesprochen.
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Die Frage, die sich bei einem Prozess am Landesgericht Korneuburg stellte, war die nach der Art des Delikts. Je nach Ergebnis der Verhandlung könnte es sich um Unterschlagung, Geldwäsche oder schweren Betrug handeln. Die Staatsanwaltschaft jedenfalls klagte einen 50-Jährigen aus Bruck wegen schweren Betrugs an. Am 29. Oktober langte bei dem damals Arbeitslosen ein Betrag von 4.720 Euro auf seinem Konto ein, Absender war angeblich die Firma Novomatic.

„Auf einmal war das Geld am Konto“, so der jetzt als Monteur Arbeitende zur Richterin, der auch unverblümt eingestand, das Geld binnen zweier Tage zur Gänze behoben zu haben und mit der Freundin in Wien „einkaufen und bummeln“ gewesen zu sein. Wofür er allerdings einen derart hohen Betrag ausgab, konnte er nicht mehr im Detail sagen. Somit stand eine mögliche Geldwäsche im Raum.

Über Jobportale im Netz werden Arbeitslose dafür geködert. Um eine reibungslose Abwicklung zu gewährleisten, verlangen die Portale die Kontodaten der Kontaktierten. Dorthin wandert dann Schwarzgeld. Der Arbeitslose wird aufgefordert, das Geld zu beheben und an einen Mittelsmann zu übergeben. Dafür gibt’s einen kleinen Obolus.

Tatsächlich hatte der 50-Jährige so ein Jobportal genutzt, er habe sich als Lagerarbeiter in Vorarlberg beworben. Von dem Geldwäsche-Trick wisse er aber nichts und er beteuerte noch einmal, alles für sich ausgegeben zu haben.

Und tatsächlich hatte die Richterin „ausreichende Zweifel“. Der Angeklagte verfüge zwar über eine „gewisse Schläue“, ob er aber auch „technisch“ in der Lage wäre, so einen Betrug durchzuführen, halte sie für weniger wahrscheinlich. Auch einen Vorsatz der Tat, der eine Voraussetzung für den Straftatbestand des Betrugs ist, sah Zbiral keineswegs erfüllt und sprach ihn deshalb frei.

Sie wies ihn aber auch noch darauf hin, dass in dieser Sache noch eine Anklage und eine mögliche Verurteilung wegen Unterschlagung auf ihn zukommen könnte. Das Geld, das ihm nicht gehörte, hatte er ja zumindest verprasst.

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