Für Spannung ist im Bezirk Bruck gesorgt. Besonders spannend dürfte das Ergebnis in Schwechat, wo sieben Liste antreten, werden.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 24. Dezember 2019 (06:01)
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Brucks VP-Spitzenkandidat Alexander Petznek muss um ÖVP-Stimmen zittern. Für Himbergs Spitzenkandidat Ernst Wendl (SP) geht es darum, die Absolute zu halten. Schwechats Bürgermeisterin Karin Baier (SP) tritt erstmals als Listenerste für ihre Partei an. ÖVP-Spitzenkandidat Markus Plöchl strebt die Mandatsmehrheit in Enzersdorf an.
Astrid Bartl, privat, SPÖ, Burggraf

In gut einem Monat schreiten die Wähler einmal mehr zur Wahlurne. In diesem Fall geht es um die unmittelbar spürbare Politik: die Kommunalpolitik. In sämtlichen 33 Gemeinden des Brucker Bezirks stehen zumindest zwei Liste beziehungsweise Parteien auf dem Stimmzettel.

In einigen Fällen könnte es ein enges Rennen um die Mandatsmehrheit und damit das Bürgermeister-Amt werden. Allen voran natürlich in der größten Kommune des Bezirks, in Schwechat. Und das nicht nur, weil die 2015 kurzfristig als Bürgermeisterin eingesprungene Karin Baier erstmals an der Spitze der SPÖ kandidiert (vor fünf Jahr war sie auf Platz 5 gereiht, Anm.). Sondern auch, da insgesamt sieben Parteien und Listen um die Mandate rittern.

Die Ziele sind klar: Die SPÖ will die Stimmenmehrheit halten und nach der Schlappe von 2015 mit dem Verlust von zehn Mandaten wieder dazugewinnen. Die ÖVP wähnt sich dank Bundeschef Sebastian Kurz im Aufwind, ebenso wie die Grünen. Die FPÖ hingegen muss um Platz 2 zittern. Dazu kommen noch die Bürgerlisten „Gemeinsam für Schwechat“ von Michael Sicha und „Wir für Schwechat“ von Gerhard Frauenberger. Beide könnten das bisherige Stimmen- und damit auch Mandatsgefüge kräftig ins Wanken bringen.

Spannendes Match zwischen ÖVP und „Bürgerliste Bruck-Wilfleinsdorf“ erwartet

In der Bezirkshauptstadt Bruck steht weniger die SPÖ im Mittelpunkt, auch wenn der amtierende Bürgermeister Gerhard Weil als Nachfolger von Richard Hemmer zum ersten Mal an der Spitze antritt – und die absolute Mehrheit halten will. Weit spannender könnte hingegen das Match zwischen ÖVP und der „Bürgerliste Bruck-Wilfleinsdorf“ (LBW) werden. Denn die LBW besteht auf den vorderen Plätzen aus Ex-VP-Mandataren. Beide bedienen im Grunde die selbe Wählerschicht, die ÖVP könnte von der unumstrittenen Nummer zwei im Gemeinderat zu einer Kleinpartei mutieren.

Um die absolute Mehrheit geht es auch für Himbergs Spitzenkandidat Ernst Wendl. Vor fünf Jahren konnte seine SPÖ nur knapp das 15. Mandat von insgesamt 29 halten. Damals sprachen sogar die Sozialdemokraten von einem „Erich Klein-Bonus“ durch Wendls Vorgänger als Bürgermeister. Mittlerweile ist Wendl Ortschef. Das Ziel aller anderen kandidierenden Parteien – egal ob ÖVP, FPÖ, Grüne oder nun auch Ein-Frau-Liste „Wir für Himberg“ – ist der Fall der roten Absoluten.

Die Mandatsmehrheit im Gemeinderat strebt hingegen Enzersdorfs VP-Spitzenkandidat Markus Plöchl an. Vor fünf Jahren erreichte seine Volkspartei acht Mandate, die SPÖ trotz Verlusten noch neun. Plöchl wurde dank der Wiederauflage der Dreierkoalition mit FPÖ und „Pro Margarethen“ dennoch erneut Bürgermeister. Die „Pro Margarethen“-Stimmen sind nun vakant, da die Liste nicht mehr antritt und der Ausflug von Obmann Roland Floh zur neuen Liste „Gemeinsam für Enzersdorf und Margarethen“ (GEMa) gescheitert ist. GEMa wiederum vereint einige Ex-SP-Mandatare um Milos Matijevic. Man darf gespannt sein, welche Auswirkungen deren Antreten auf die SPÖ haben wird.


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