In Au treten alle gegen Ortschef Mihaly an

Bei den Neuwahlen zum Gemeinderat in Au treten zwei neue Bürgerlisten an. SPÖ und FPÖ fehlen auf dem Stimmzettel.

Erstellt am 05. Januar 2022 | 05:57
Lesezeit: 3 Min
Wahl Symbolbild
Symbolbild
Foto: APA/ROLAND SCHLAGER

Mit der offiziellen Bekanntgabe der antretenden Parteien und ihrer Kandidaten tritt Ende dieser Woche der Wahlkampf zur Gemeinderatswahl am 30. Jänner 2022 in seine heiße Phase.

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Bürgermeister Herbert Mihaly (ZuM) 
Foto: zVg

Die Neuwahl wurde notwendig, nachdem die Oppositionsparteien ÖVP und SPÖ im Herbst aus dem Gemeinderat auszogen. Bis dahin verfügte ZuM über acht Sitze im Gemeinderat, die ÖVP über sechs und die SPÖ über einen. 

Neben dem Zukunftsbündnis Mihaly (ZuM) mit Bürgermeister Herbert Mihaly, buhlen nun die ÖVP und die beiden neuen Bürgerlisten „Aurer Bürgerliste“ und „Au bewegt uns“ um Wählerstimmen. Hartnäckig hält sich auch das Gerücht, dass Johann Kuso wieder mit einer eigenen Liste mitmischen will. Nicht auf dem Wahlzettel werden die SPÖ und die FPÖ zu finden sein. 

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Rudolf Wiesinger („Au bewegt uns“)
Foto: zVg

Überraschend ist vor allem das Fehlen der SPÖ. Sie war zuletzt durch Rudolf Wiesinger im Gemeinderat vertreten. Nun kandidiert Wiesinger als Spitzenkandidat der Bürgerliste „Au bewegt uns“.

Wiesinger hatte im vergangenen Jahr Bürgermeister Mihaly mit zahlreichen Aufsichtsbeschwerden eingedeckt und publikumswirksam Initiativen wie etwa zur Wiederbelebung des Freibads gestartet.

„Wir glauben, als unabhängige Liste bessere Chancen zu haben“, erklärt Wiesinger. „Wir werden aber auf den Support der SPÖ zurückgreifen können, zumal einige unserer Kandidaten SPÖ-Mitglieder sind.“ So scheint etwa auch der ehemalige SPÖ-Vizebürgermeister Walter Renzler auf Wiesingers Liste auf. 

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Andrea Weinkum („Aurer Bürgerliste“)
Foto: zVg

Unterm Strich steht der Wahlkampf unter dem Motto „Alle gegen Einen“. Denn das deklarierte Ziel der ÖVP wie der Bürgerlisten ist, Bürgermeister Herbert Mihaly zu entthronen. 

ÖVP hat die meisten Kandidaten

Die größten Chancen auf den Bürgermeister-Sessel rechnet sich die ÖVP mit Spitzenkandidatin Reka Fekete aus. Mit 30 Namen auf der Liste stellt die Volkspartei auch erstmals die höchst mögliche Anzahl an Kandidaten. „Der Bürgermeister schadet der Gemeinde, weil er seinen Aufgaben nicht ordnungsgemäß nachkommt. Es wird sich nichts ändern, wenn wir es nicht ändern“, gibt sich Fekete kämpferisch. 

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ÖVP-Spitzenkandidatin Reka Fekete
Foto: zVg

Keine Sympathien für den Ortschef hegt auch die „Aurer Bürgerliste“. Spitzenkandidatin Andrea Weinkum trat ebenso wie der bisherige Vizebürgermeister Heinz Mayer aus der Liste ZuM aus. Mayer kandidiert nun an vierter Stelle für die „Aurer Bürgerliste“. 

Bürgermeister Herbert Mihaly geht mit einer stark umgekrempelten Mannschaft ins Rennen. Von seinen bisherigen Gemeinderäten stehen nur noch vier auf der Kandidatenliste. Dafür finden sich darauf gleich die Namen aller drei Töchter des Ortschefs, wenn auch an hinteren Stellen.