Rohrau gegen Breitspurbahn: „Asphalt, Beton & Schienen“. Die Marktgemeinde Rohrau rief ihre Bürger zum Kampf gegen das Projekt einer Breitspurbahn im Bezirk Bruck auf.

Von Josef Rittler. Erstellt am 16. Januar 2020 (04:34)
In der Haydnhalle: OrtsvorsteherHerbert Nemeth (l.), Bürgermeister Herbert Speckl und Vizebürgermeister Albert Mayer (alle VP) beim Infoabend.
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Im Rahmen eines Informationsabends präsentierte die Marktgemeinde die neuen Entwicklungen bezüglich des Breitspurbahn-Projektes in unserem Bezirk (die NÖN berichtete mehrfach).

VP-Vizebürgermeister Albert Mayer wies zunächst darauf hin, dass die Verlängerung der Breitspurbahn eher russischen als chinesischen strategischen Interessen entgegenkomme. Mayer stellte dann die verschiedenen Standortvarianten vor, von denen eine Rohrau direkt betreffen würde. „Allein der Terminal würde 150 bis 200 Hektar brauchen. Das zugehörige Logistikzentrum würde noch einmal so viel Fläche in Anspruch nehmen. Gerhaus hat eine Fläche von gut dreihundert Hektar – wir schauen uns um und sehen dann nur noch Asphalt, Beton und Schienen.“ Dazu käme die Belastung durch mehr Verkehr, Staub und Lärm.

Die Gemeinden der Region hätten sich daher zusammen geschlossen, um gegen das Projekt vorzugehen. „Diese Aktion ist länder- und parteiübergreifend, wir wollen gemeinsam dagegen auftreten“, sagte Bürgermeister Herbert Speckl (VP). 419 Unterschriften seien in der Gemeinde gegen das Projekt gesammelt und an die zuständigen Stellen, darunter Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP) und das Verkehrsministerium, übermittelt worden. Auch einige Private hätten Stellungnahmen verfasst und abgeschickt. „Wir müssen uns weiter einsetzen, das Thema wird leider von vielen noch nicht so ernst genommen, weil es ohnehin noch weit in der Zukunft liegt“, erklärte Speckl.

Johann Alber, Spitzenkandidat der SPÖ Rohrau, ist erleichtert, dass Bürgermeister und Vizebürgermeister, genau wie die SPÖ Rohrau, sich gegen den Bau des Mega-Terminals und für den Erhalt des Lebensraumes aussprechen. Dass sich das Projekt der Breitspurbahn nicht im aktuellen Regierungsprogramm von ÖVP/Grüne findet, ist für Alber kein Hinweis darauf, dass das Projekt vom Tisch sei.