Berg: Fünf Stunden auf Knien eingepfercht. 45-jähriger Rumäne wurde als Schlepper von 17 Afghanen im engen Laderaum ertappt.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 03. Mai 2021 (03:34)
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Seit 24. Oktober 2020 befindet sich ein 45-jähriger Rumäne in Untersuchungshaft, der bis zu diesem Zeitpunkt bereits an die 50 Menschen über die Grenzkontrollstelle Berg nach Österreich geschleppt hatte. Insgesamt vier solcher Schlepperfahrten warf ihm Staatsanwältin Katharina Schmid-Benner am Landesgericht Korneuburg vor dem Schöffensenat vor. Gefasst wurde er, als er mit einem Kleintransporter und 17 afghanischen Staatsbürgern als „Ladegut“ unterwegs war. Der Lohn für den Rumänen pro Fahrt: 1.500 Euro.

„Geschlichtet wie die Sardinen“, warf der vorsitzende Richter Manfred Hohenecker dem Mann vor, habe er die 17 Menschen transportiert. Zum Teil knieten sie aufeinander, weil die Ladefläche zu wenig Platz bot. Ein afghanischer Zeuge schilderte in seiner Aussage vor der Polizei die Zustände: „Das Gewicht der anderen lag auf mir.“ Der Rumäne hielt während der mehrstündigen Fahrt kein einziges Mal an.

Die Schuldfrage stellte sich, auch aufgrund des vorliegenden Geständnisses, gar nicht erst. „Sie wurden auf frischer Tat betreten“, so Hohenecker und verkündete das letztlich rechtskräftige Urteil des Schöffensenats: dreieinhalb Jahre Haft. „Die Fahrer sind die, die man erwischt“, fasste die Staatsanwältin die Verhandlung unzufrieden zusammen; an die Hintermänner sei kaum ranzukommen. Eben weil sich diese Leute einfacher Gemüter wie des 45-jährigen Rumänen bedienten.