Haft für Koks-Dealer aus Bruck

21-jähriger Vorbestrafter hatte Kokain verkauft, um sich seine Drogensucht zu finanzieren, und fasst in Summe 34 Monate Haft aus.

Erstellt am 08. Januar 2021 | 16:41
Zwei weitere Männer nach Terroranschlag in U-Haft genommen..
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Foto: APA

Mit zwei sehr unterschiedlichen Angeklagten hatte es Richter Manfred Hohenecker am Landesgericht Korneuburg bei einem Prozess wegen Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz zu tun. Insgesamt ing es um 100 Gramm Kokain, die die beiden verkauft hatten. Zum einen mit einem 30-jährigen bislang unbescholtenen Deutschen, der im Februar das erste Mal Vater wird, und seinem Verteidiger Robert Zauchinger gegenüber freimütig bekannte, dass der Verkauf von Kokain der „größte Scheiß seines Lebens“ gewesen sei. Der Mann hatte bis zu seiner coronabedingten Kündigung in der IT-Abteilung eines Unternehmens in Portugal gearbeitet.

Der zweite Angeklagte, ein 21-jähriger aus Bruck an der Leitha, gab vor Gericht zu, seit acht Jahren Gras zu rauchen und das seit vier Jahren täglich zu tun. Er habe mit dem Verkauf des Suchtgiftes seinen Drogenkonsum finanziert. Der junge Mann hatte bereits eine Gerichtserfahrung, nämlich als er für 12 Brandstiftungen in der Nähe des Wiener AKH zu 19 Monaten bedingter Freiheitsstrafe verurteilt wurde, deren Probezeit noch nicht abgelaufen ist. Den Widerruf der bedingten Strafe suchte Verteidigerin Elisabeth Zonsics mit den ihr möglichen Mitteln zu verhindern.

Allerdings war ihr Mandant dabei keine große Hilfe. Auf die Aufforderung des Richters, ihm Gründe zu nennen, warum er in seinem Urteil vom Widerruf absehen sollte, konnte der 21-Jährige keine nennen. Auch die Bewährungshilfe, die nach der ersten Verurteilung angeordnet wurde, warf kein gutes Licht auf den Burschen. Ein einziges Mal ist es zum Kontakt mit ihm gekommen und die ambulante Drogen-Therapie hat er auch abgebrochen.

Mit den Worten „Manche brauchen zwei Anläufe, bis sie kapieren, wo’s langgeht“, bat Zonscics eindrücklich, aber letztlich vergeblich um eine milde Strafe. Der 21-Jährige wurde zu 15 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Die bedingte Strafe wegen der Brandstiftungen wurde widerrufen, sodass sich der junge Mann jetzt 34 Monaten Haft gegenüber sieht. Der 30-jährige Deutsche wurde vom Gericht deutlich milder bestraft: 15 Monate Freiheitsstrafe, davon zehn Monate bedingt.