Gewinne für SPÖ und ÖVP . Die SPÖ hat in 16 Gemeinden des Brucker Bezirks die Nase vorn. In 15 Gemeinden hat die ÖVP die Mehrheit, zwei Mal eine Bürgerliste. Prozentuell liegt die ÖVP im Bezirk mit 42,5 vor der SPÖ mit 38,7 Prozent. FPÖ rattert von 8,6 auf 4,9 und die Grünen legen mit 4,3 Prozent leicht zu.

Von Susanne Müller. Erstellt am 26. Januar 2020 (22:07)
SP-Bezirksparteivorsitzender Rainer Windholz und Brucks SP-Bürgermeister Gerhard Weil gehen die Ergebnisse der einzelnen Gemeinden im Bezirk durch.
Susanne Müller

Jubel gab es am Wahlabend im Brucker Bezirk sowohl bei der ÖVP als auch bei der SPÖ. Beide Parteien konnten sich in einzelnen Gemeinden über große Erfolge freuen.  In der Bezirkshauptstadt Bruck und in Schwechat, der größten Stadt des Bezirks, hieß der Wahlsieger eindeutig SPÖ. In Bruck konnte Gerhard Weil die absolute Mehrheit von bisher 18 auf 20 Mandate ausbauen.

In Schwechat gelang es Karin Baier die Absolute für die SPÖ nach dem schweren Debakel von 2015 wieder zurückzuerobern. Auch dort hält die SPÖ nun bei 20 Mandaten. Die Freude darüber ist auch bei SPÖ-Bezirksvorsitzendem Rainer Windholz groß: "Eines gleich vorweg: Der schönste Erfolg im Bezirk Bruck/L. ist die Rückeroberung des Bürgermeisteramtes durch die amtierenden Bürgermeisterin Karin Baier in Schwechat!"

Aber auch sonst zeigt sich Windholz mit dem Ergebnis für seine Partei durchaus zufrieden. "Wir konnten 11 Mandate bezirksweit dazugewinnen und mit 21.462 Stimmen ein beeindruckendes Ergebnis einfahren. Insgesamt halten wir nun bei 267 Mandaten im Bezirk, oder 39 Prozent", so Windholz.

Zugewinne für die SPÖ gab es im Bezirk aber auch in anderen Gemeinden. So erreichte Martin Almstädter in Petronell-Carnuntum ebenfalls die absolute Mehrheit mit 54,3 Prozent. Sein bisheriger Koalitionspartner FPÖ verfehlte den Einzug in den Gemeinderat.

Die absolute Mehrheit ausbauen konnte auch Ernst Wendl mit der SPÖ in Himberg. Die Stimmenmehrheit erlangten die Roten dieses Mal in Bad Deutsch Altenburg, wo sich das  Team Altenburg ohne seine Galionsfigur Ernest Windholz von sieben auf zwei Mandate reduzierte. Am meisten profitieren konnte davon offenbar die SPÖ, die sich von vier auch acht Mandate verdoppelte. Aber auch in Schwadorf, Lanzendorf und Hundsheim baute die SPÖ ihren ohnehin schon starken Vorsprung weiter aus.

Erfreuliches gab es aber auch für die ÖVP im Bezirk. In der ehemals roten Hochburg Götzendorf schaffte Kurt Wimmer nun die absolute Mehrheit. VP-Bezirkspartei-Chef Gerhard Schödinger konnte seinen Vorsprung in Wolfsthal weiter ausbauen und hält nun bei 12 Mandaten, während die SPÖ erneut verlor und nur noch drei Mandate zählt.

Zugewinne auf ohnehin schon hohem Niveau gab es für die ÖVP aber auch in den Hochburgen Göttlesbrunn, wo sie nun bei 86,9 Prozent hält, sowie in Scharndorf (86,1 Prozent), Prellenkirchen oder Rohrau. Abstriche von seinen zuletzt 100 Prozente musste in Höflein wie erwartet Otto Auer mit seiner ÖVP machen. Dort traten dieses Mal wieder eine SPÖ und auch eine FPÖ-Liste an. Für die SPÖ gab es auf Anhieb wieder die fünf Mandate, die sie zuletzt bis 2015 hatte und auch die Ein-Mann-Liste von Mario Scholle schaffte den Einzug mit einem Mandat in den Gemeinderat. 

Ansonsten gab es für die FPÖ kaum in einer Gemeinde Grund zur Freude. Lediglich in Hof, Enzersdorf und Bad Deutsch Altenburg stand für die Freiheitlichen ein Plus vor dem Ergebnis. Sonst mussten sie überall Verluste hinnehmen. "Schlecht schauen wir aus“, fasste FPÖ-Bezirksparteichef Werner Herbert das Bezirksergebnis seiner Partei zusammen. Der negative Bundestrend habe sich auch im Bezirk fortgeführt, zeigt sich der FPÖ-Bezirkschef enttäuscht. "Gerade in großen Städten wie Schwechat mussten wir empfindliche Einbußen hinnehmen. Erfreulich ist, dass wir in kleinen Gemeinden wie Bad Deutsch Altenburg dank einiger Persönlichkeiten dazugewinnen konnten. In einigen Gemeinden könnte die FPÖ das Zünglein an der Waage bei der Wahl des Bürgermeisters sein", so Herbert.

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