Weinbauverein: Neuer Obmann hält an Traditionen fest

Markus Lager, der neue Obmann der Göttlesbrunner Winzer, will den Interessen kleinerer Betriebe mehr Beachtung schenken.

Erstellt am 31. Oktober 2021 | 04:47
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Markus Lager steht als neuer Weinbauvereinsobmann mit dem 25. Leopoldigang bald die erste Großveranstaltung bevor.
Foto: Kerstin Schäfer-Zimmermann

Drei Wochen vor dem Lockdown 2020 hat Markus Lager den Weinbaubetrieb von seinen Eltern übernommen. Im Juni 2021 wurde er überdies zum neuen Obmann des Weinbauvereins und der Winzer Göttlesbrunn ernannt. Nach 40 Jahren Franz Netzl hat jetzt Markus Lager das Zepter in der Hand.

So steht der 40-jährige Familienvater, der auch das gemütliche Heurigenlokal in der Kiragstettn betreibt, vor vielen neuen Herausforderungen. Wenn man ihn nach Neuerungen fragt, winkt er daher momentan noch ab: „Wir haben gerade die Lese beendet und die Vorbereitungen für den Leopoldigang laufen. Es ist gerade sehr viel zu tun“, so Lager zur NÖN.

Eines weiß er aber ganz genau: „Meine Passion für Wein und den Heurigenbetrieb ermöglicht es mir, die Bedürfnisse beider Welten zu kennen. Es gilt, die unterschiedlichen Interessen von renommierten großen Weinbaubetrieben mit jenen von kleineren Betrieben mit Heurigen zu koordinieren und ihnen mehr Beachtung zu schenken. Das werde ich bestmöglich versuchen“, so der gelernte Weinbau- und Kellermeister.

Dass er einmal den elterlichen Betrieb übernehmen oder gar Weinbauvereinsobmann werden würde, hätte sich Lager nicht gedacht. Er hat seinen Meister in Weinbau zwar gemacht, aber es zog ihn dann doch raus aus Göttlesbrunn. Als Berufskraftfahrer war er jahrelang national und international unterwegs, ehe er „heimkehrte“ und beschloss, den elterlichen Betrieb zu übernehmen und erfolgreich auf biologische Bewirtschaftung umzustellen.

Der 25. Leopoldigang am 20. und 21. November ist nicht nur für Lager der erste Leopoldigang als Obmann, sondern auch ein Jubiläum. „Ich bin Franz Netzl sehr dankbar, dass er noch vor der Übergabe die Agenden aufgeteilt hat. Ich hoffe, die Arbeit miteinander bleibt auch unter meiner Führung so effizient und toll wie gehabt.“

Einnahmen durch öffentliche Veranstaltungen fehlen

Wenngleich der Verein vor Herausforderungen steht. Das Marketing bzw. neue Ideen wie der „Leopoldiheimgang“ und das „Jungheimschnuppern“ während der Pandemie haben viel Geld verschlungen, Einnahmen durch öffentliche Veranstaltungen fehlten. „Wir müssen daher gezielter werben und noch kreativer sein“, sagt der Göttlesbrunner. Traditionelle Veranstaltungen wie das Jungweinschnuppern, der Leopoldigang und die Faschingsdienstag-Weinkost sollen aber weiter Bestand haben. „Daran wird nicht gerüttelt. Alles andere wird sich weisen. Die besten Ideen sprießen immer, wenn wir alle zusammensitzen“, so Lager.