Paukenschlag: Pro Margarethen tritt nicht mehr an. Die Bürgerliste um Obmann Roland Floh beendet ihr politisches Engagement und wird am 26. Jänner nicht mehr kandidieren. Als Verein will man jedoch weiter aktiv bleiben.

Von Sonja Wirgler und Gerald Burggraf. Erstellt am 03. Oktober 2019 (11:29)
Gerald Burggraf
Pro Margarethen zieht sich nach fast 20 Jahren aus der Gemeindepolitik zurück. 2015 erreichte die Bürgerliste noch drei Mandate. Im Bild: Ernst Seyer, Obmann Roland Floh, Christoph Jüly, Johannes Stöckl und Michael Kober nach der Wahl im Jänner vor vier Jahren.

„Bei der gestrigen Generalversammlung konnte sich kein schlagkräftiges Team für die bevorstehende Gemeinderatswahl finden“, sagt Pro-Margarethen Obmann Roland Floh im Gespräch mit der NÖN. Damit ist das politische Kapitel für die eher dem konservativen Lager zuzurechnenden Bürgerliste aus der Enzersdorfer Katastralgemeinde beendet.

Floh selbst zieht ein positives Resümee. "Gegründet wurde Pro Margarethen, um die Probleme und Rückstände der Gemeinde aufzuzeigen und zu beseitigen", betont er. Bei ihrem ersten Antreten 2000 errang die Liste vier Mandate im Gemeinderat. Die absolut regierende SPÖ um Alt-Bürgermeister Leo Heuber war - bis zu dessen Abwahl 2010 - das erklärte Feindbild.

Dreierkoalition seit 2010

Gemeinsam mit ÖVP und FPÖ wurde vor mittlerweile neun Jahren die Dreierkoalition aus der Taufe gehoben. Pro Margarethen war dabei mit jeweils drei Mandataren vertreten und stellte bis 2016 auch den Vizebürgermeister (von 2010 bis 2015 Michael Kober, von 2015 bis 2016 Christoph Jüly). 

Getrieben war Pro Margarethen zudem von der Vorstellung einer Trennung Margarethens von Enzersdorf. Die bis in die 1970er-Jahre getrennten Gemeinden wurden damals im Rahmen eines großangelegten Zusammenlegungsprojekts des Landes vereint. Viele Margarethner sahen im politischen Alltag ihren Ort als stets weniger wichtig beachtet, als die große Schwester Enzersdorf. 

Abspaltungsversuche ohne Erfolg

Doch zu einer Abspaltung sollte es nie kommen. Vor allem das Land NÖ sprach sich hier vehement dagegen aus, doch dazu bräuchte es das Land. Mit dem politischen Aus von Pro Margarethen sind in der Katastralgemeinde nun knapp 400 Stimmen vakant. Denn in Margarethen durfte sich der Verein immer über die Stimmenmehrheit freuen. Zuletzt errang man vor vier Jahren 309 Stimmen, 295 davon in Margarethen. Mit Respektabstand folgte in der Katastralgemeinde die zweitplatzierte ÖVP mit 209 Stimmen, die SPÖ hatte 190, die FPÖ 84.

Zu welcher anderen Partei die Pro-Wähler nun tendieren könnte, sei aus Flohs Sicht nicht absehbar. Er meint aber: "Das hängt sicher davon ab, welche Personen bei den anderen Parteien kandidieren." 

Als Verein wird Pro Margarethen dem Ort aber erhalten bleiben. So wird man weiterhin Teil der Bezirkskonferenz des Dialogforum Flughafen Wien bleiben. Zudem wird der Verein bei Veranstaltungen wie dem Adventmarkt vertreten sein. Personell blieb bei der Generalversammlung übrigens alles beim Alten. Roland Floh agiert weiterhin als Obmann, Johannes Stöckl ist sein Stellvertreter.