Hainburg: Stiftung saniert Wasserkaserne für Kinder. Die ehemalige Wasserkaserne wird um 5,6 Millionen Euro revitalisiert.

Von Josef Rittler. Erstellt am 12. Oktober 2020 (04:33)
So wird das Gebäude nach Abschluss der Umbauarbeiten aussehen: Ein moderner Zubau ergänzt den Altbestand.
Architekturbüro Gallister

Auf dem Gelände der „Wasserkaserne“, die seit vielen Jahren brach liegt, errichtet die Sparkasse Hainburg Privatstiftung einen Kindergarten für die Stadt. Vier Gruppen des Kindergartens in der Alten Poststraße sollen dorthin umziehen, eine weitere Gruppe soll im renovierten Altbau betreut werden.

Dazu kommen 2.000 Quadratmeter Spielfläche, die für den Kindergarten auf dem insgesamt rund 6.800 Quadratmeter umfassenden Anwesen reserviert werden. Baubeginn soll laut Stiftung noch im Oktober sein, damit die Übergabe zur Möblierung rechtzeitig vor dem Schulbeginn 2022 erfolgen kann. Als Architekt wurde der Wiener Reinhardt Gallister verpflichtet, der in Hainburg schon die Kulturfabrik und das Hotel „Altes Kloster“ gestaltet hat. Weitere Arbeiten Gallisters sind unter anderem das Besucherzentrum der Römerstadt Carnuntum, die Universität für Musik und darstellende Kunst im 3. Wiener Gemeindebezirk und das „NÖ Haus der Digitalisierung“ in Tulln.

Die Wasserkaserne im derzeitigen traurigen Zustand mit der ungegliederten Fassade und den teils mit Spanplatten verschlossenen Fenstern.
Rittler

Die „Wasserkaserne“ oder „Götzenhof“, auch „Stadthof derer zu Rötelstein“ genannt, wurde erstmals im Jahre 1411 erwähnt. Sie war später Tuchfabrik und ist das einzige in Österreich noch erhaltene Gebäude aus der Frühzeit des Merkantilismus in Österreich. Im 20. Jahrhundert waren im Obergeschoss Wohnungen errichtet worden. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Der Umbau hat sich deshalb verzögert und kommt daher laut Stiftung wesentlich teurer zu stehen als ein Neubau. Die Kosten für das Projekt betragen rund 5,6 Millionen Euro.

Die Wasserkaserne erstreckt sich entlang der Oppitzgasse in Form einer ungegliederten, zweigeschoßigen Fassadenfront mit 25 Fensterachsen und Korbbogenportal, in dem wesentliche Bauteile aus der Zeit von vor 1700 noch erhalten sind.

Zum Ablauf der Bauarbeiten: Zuerst wird ein Durchgang bei der Stadtmauer geöffnet, der Putz abgetragen, die Mauern werden in Bodenhöhe durchgeschnitten, um über den Winter auszutrocknen, und die Technikräume für beide Bauteile geschaffen. Zum Schulbeginn im Herbst 2022 wird der Kindergarten eröffnet. Neben der 5. Gruppe des Kindergartens wird im Altbau mit der Erhöhung des Giebels die Möglichkeit geschaffen, bis zu hundert Betten, geeignet für eine Jugendherberge oder Ähnliches, unterzubringen. „Ein tolles Projekt für die Stadt, ein innerstädtischer Schandfleck wird revitalisiert und erstrahlt in neuem Glanz“, kommentiert Bürgermeister Helmut Schmid (VP). Die geplante Gestaltung füge Altes und Neues harmonisch zusammen.