Start der Bauarbeiten in der Hainburger Kaserne. Ehemalige Wohnungen sind geräumt. Der Trakt an der Stadtmauer wurde zum Teil abgerissen.

Von Josef Rittler. Erstellt am 02. Dezember 2020 (02:22)
Der Trakt an der Stadtmauer wurde mittlerweile soweit abgerissen, dass eine Zufahrt für Lkw und Busse entsteht.
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Die Wasserkaserne wird im nächsten Jahr umfassend renoviert. Derzeit leer stehend, soll sie nach dem Umbau einen städtischen Kindergarten mit fünf Gruppen beherbergen. Bauherr ist die Sparkasse Hainburg Privatstiftung, die sich das Vorhaben rund 5,6 Millionen Euro kosten lassen wird (die NÖN berichtete).

Die Arbeiten haben Anfang November begonnen und sind in vollem Gange. „Bis jetzt wurde die Baustelle eingerichtet und aus den Wohnungen wurden alte Möbel, Gerümpel und andere Hinterlassenschaften der ehemaligen Mieter ausgeräumt“, schildert Miroslava Grubmüller, Vorsitzende der Stiftung. Die Zufahrten auf der Hofseite wurden geglättet und der an die Stadtmauer gebaute Trakt soweit abgerissen, dass eine Zufahrt innerhalb der Stadtmauer für Lkw, später eventuell auch für Autobusse, möglich wird. „Leider war das Gebäude direkt an die Stadtmauer angebaut, und zwar ohne Zwischenmauer, sodass durch die Unebenheit der Steine ständig Nässe in das Gebäude eindrang“, erklärt Grubmüller. Nun werde das gesamte Dach erneuert und der Giebel um zwei Meter angehoben.

Um diese zwei Meter sei die Wasserkaserne bis 1935 höher gewesen. Interessantes Detail: „Der Vater des weltweit bekannten Wolfgang Prix, der derzeit in Sibirien baut, war damals Stadtbaumeister in Hainburg. Unter seiner Leitung wurde das Dach um die zwei Meter flacher errichtet, nun sorgte das Bundesdenkmalamt dafür, dass die wieder ,aufgestockt’ werden“, führt Grubmüller aus.

Das Gelände umfasst rund 6.800 Quadratmeter, wovon im Freien 2.000 Quadratmeter für den Kindergarten reserviert werden.
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Die weiteren Schritte: In der Gebäudemitte soll ein Keller ausgehoben werden, in dem alle technischen Vorrichtungen, auch für den Kindergarten, untergebracht werden. Geheizt wird über Fernheizung. Das ganze Gebäude wurde seitens der EVN vom Strom getrennt, danach ein neuer Anschluss gelegt.

Das angehobene Dach wird im Frühjahr über die volle Länge bis zur Stadtmauer und über die verbleibende Zufahrt gezogen. Die Mauern werden im Dezember auf Bodenhöhe durchgeschnitten, abisoliert und der Putz über das ganze Bauwerk entfernt, damit die Mauern bis etwa Ende Februar austrocknen können. Zu diesem Zeitpunkt wird auch mit dem Bau des Kindergartens begonnen, der an der Seite der Garage der Firma Eybel entsteht.

Die großen Bäume entlang der donauseitigen Stadtmauer sollen erhalten bleiben.