Appell an Spaziergänger: „Bitte nicht füttern!“

Die Ziege Ella ringt in der Tierklinik um ihr Leben. Die Halter aus Hainburg appellieren an Spaziergänger, Tieren kein Futter zu geben.

Erstellt am 01. November 2020 | 04:55
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Der Weg führt direkt am Auslauf der Ziegen vorbei und diese nehmen gern einen Imbiss von Fremden an – auch, wenn er ihnen dann gar nicht bekommt.
Foto: privat

Ella ist eine zehn Monate alte Ziege. Sie lebt auf dem Hof der Familie Möstl-Barger in der Jägerhaussiedlung. Ella sollte gedeckt werden und kam daher auf den nahegelegenen Hof eines befreundeten Ziegenbesitzers, der einen Bock hält. „Die Ziegen genießen dort einen großzügigen Auslauf, das Gelände grenzt allerdings an einen von Spaziergängern gerne genutzten Weg“, berichtet Isabella Möstl-Barger, die Besitzerin von Ella. Obwohl ausdrücklich mit Tafeln darauf hingewiesen werde, die Tiere nicht zu füttern, käme dies immer wieder vor. „Unser Freund hat mich angerufen, Ella gehe es schlecht. Offensichtlich wurde ihr etwas gefüttert, was sie nicht vertragen hat.“ Die kranke Ziege wurde in die Hainburger Tierklinik gebracht und dort behandelt. „Unsere Ella kämpft leider noch immer“, erzählt Möstl-Barger.

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Ella wird in der Hainburger Tierklinik behandelt.
privat

Sie appelliert an die Einsicht der Spaziergänger, die vielleicht glauben, mit einem Apfel oder einer Birne den Ziegen etwas Gutes zu tun. „Uns ist eigentlich wichtig, dass die Menschen keine fremden Tiere, egal ob Ziege, Schafe oder Pferde füttern, ohne dass der Besitzer es weiß.“ Neben den nachteiligen Folgen für die Tiere trifft es die Eigentümer ebenfalls hart. „Ich arbeite seit über 20 Jahren als selbstständige Tagesmutter. Mein Ehemann ist in einem Bio-Betrieb tätig. Ich habe zwei Töchter, die, genauso wie ich, die Natur und die Tiere lieben und auch mein Mann brachte Kinder in die Ehe mit, die ebenso verrückt nach Tieren sind wie wir.“

Die Familie kaufte 2014 den Hof in Hainburg. „Da können wir unseren Tieren genügend Platz sowie ein artgerechtes und schönes Leben bieten. Da dieser Hof sehr ruhig gelegen ist, können unsere Pferde, Ziegen, Hühner, Puten, Hunde und Katzen die Natur genießen und ein ruhiges Leben führen“, so Möstl-Barger. Seit 2020 gibt es auf dem Hof nicht nur Ziegenwanderungen, sondern es werden auch Kindergeburtstagsfeiern ausgerichtet, Ferienbetreuung übernommen und Basteltage veranstaltet. „Unsere Ziegen werden bei der Arbeit mit Menschen eingesetzt, egal ob Ziegenschminken oder Ziegenwanderungen. Und da ist gerade jetzt in der Coronazeit jeder Ausfall unserer Tiere eine Katastrophe, vom Finanziellen reden wir gar nicht. Die Leute denken einfach null an die Folgen. Und wir kämpfen jetzt ums Überleben.“