Betrugsverdacht: „Billige Reinigung kann teuer kommen“

Mobiler Handwerker bot Hauseigentümerin eine Fassadenreinigung an. Die Polizei rät: „Im Zweifelsfall: Hände weg!“

Erstellt am 17. Juli 2020 | 06:27
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7888783_gre29sh_fassadenreinigerauto_privat_2sp.jpg
Mit diesem Autowaren die Handwerker in der Mittelalterstadt unterwegs.
Foto: privat

In einer Hainburger Siedlung war am Donnerstag ein Audi mit französischen Kennzeichen unterwegs. Er gehört einem Handwerksbetrieb, der unter anderem billige Fassadenreinigungen anbietet. „Auch bei uns hat jemand angeläutet“, berichtet eine Hauseigentümerin (Name der Redaktion bekannt).

Der Mann habe zunächst mit dem Sohn der Hauseigentümerin gesprochen. „Er hat wortreich versucht, ihn zu einem Auftrag zu überreden. Ich habe den Mann aber mit Nachdruck gebeten, zu verschwinden“, erzählt die 45-Jährige. Der vermeintliche Handwerker habe einen eher unangenehmen Eindruck hinterlassen. „Er war stämmig, etwa 1.70 Meter groß, und trug eine farbverschmierte Hose, so als ob er den Eindruck eines Malers machen wollte. Die Hose sah aber nicht aus, als wäre sie tatsächlich oft beim Arbeiten getragen worden. Obwohl das Auto ein französisches Kennzeichen hatte, hatte der Mann auch keinen französischen Akzent, sondern klang eher wie aus dem ehemaligen Ostblock.“

Die Hauseigentümerin warnte ihre Nachbarn, informierte die Polizei und veröffentlichte ihre Beobachtung im Internet.

Die Vorgangsweise der fahrenden Handwerker ist der Polizei bekannt. „Vonseiten der Landespolizeidirektion können wir nur raten, auf solche Angebote nicht einzugehen“, erklärt Pressesprecher Johann Baumschlager. „Es gibt genug seriöse österreichische Unternehmen.“ Oft stelle sich nämlich ein vermeintliches Billig-Angebot nach Abschluss der Arbeiten als doppelt so teuer heraus. Im Zweifelsfall sollte man die Polizei anrufen, die dann den Billiganbieter kontrolliere. „Vor allem ältere Leute lassen sicher gerne verleiten. Wir können nur appellieren: Hände weg.“