Hainburg a.d. Donau

Erstellt am 18. Januar 2017, 04:06

von Jutta Hahslinger

Gericht: Rachsüchtige kam mit zwei Schlägern. „Das ist er!“, gab eine Slowakin (35) ihren beiden Begleitern einen Fingerzeig. Die stürmten los und prügelten auf Weinviertler ein.

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Die verletzte Eitelkeit einer Verlassenen oder der Zorn einer Verschmähten? Der wahre Hintergrund, warum eine in Hainburg wohnhafte Slowakin einem Weinviertler zwei Schläger auf den Hals hetzte und ihm eine Abreibung verpassen ließ, blieb auch beim Prozess ungeklärt.

Die 35-jährige Beschuldigte gab sich vor Gericht ahnungslos. Sie räumte lediglich ein, mit dem verprügelten Anrainer und dessen Lebensgefährtin, einer Landsmännin, bekannt zu sein. Von angeheuerten Schlägern wollte sie nichts wissen.

Ihr Pech: Die Partnerin (27) des Opfers verstand den slowakischen Fingerzeig – „Das ist er!“ – der 35-Jährigen an deren Begleiter. „Sie hat die beiden Schläger kommandiert, das war eindeutig“, bestätigte die 27-Jährige. Ihr Lebensgefährte sei nach der Attacke blutüberströmt, mit zerschlagenem Gesicht und multiplen Hämatomen am Kopf zu Boden gegangen. Das unentschuldigte Fernbleiben des Prügelduos (gesondert verfolgt) half der leugnenden Slowakin wenig und führte auch zu keiner Vertagung.

Richter Manfred Hohenecker befand die 35-Jährige für schuldig und verhängte über sie eine teilbedingte Freiheitsstrafe: 12 Monate, davon muss die Slowakin vier Monate hinter Gittern absitzen (nicht rechtskräftig). Die harschen Schlussworte des Richters an die Beschuldigte: „Sie haben hier eine Show abgezogen und gelogen, dass sich die Balken gebogen haben. Das war eine Racheaktion, daran habe ich keinerlei Zweifel.“