Gesundheit soll nicht an Grenze enden

Brucker Krankenhäuser und Rettungsdienste sollen grenzüberschreitend genutzt werden können.

Erstellt am 10. November 2021 | 05:50
Gesundheit soll nicht an Grenze enden
Beim runden Tisch: Dietmar Baurecht vom Regionalmanagement Burgenland, Elena Horáková vom Selbstverwaltungskreis Trnava, Alena Hosch von NÖ.Regional und Zuzana Illiťová vom Selbstverwaltungskreis Bratislava.
Foto: NÖ.Regional

Bei einem runden Tisch diskutierten vor kurzem in Hainburg 50 Vertreter aus der Grenzregion über grenzüberschreitende Kooperationsideen im Gesundheitsbereich. Vertreten waren dabei Niederösterreich, Wien, das Burgenland sowie die slowakischen Regionen Bratislava und Trnava.

Ausgelegt ist das Projekt auf die EU-Förderperiode 2021 bis 2027. In Arbeitsgruppen wurden Möglichkeiten der Zusammenarbeit erörtert und erste Kontakte mit potenziellen Projektpartnern geknüpft. Ermöglicht hatte diesen Austausch das EU-geförderte Netzwerkprojekt „Regional Cooperation Slowakei-Österreich“ – kurz RegioCoop.

Großes Interesse von beiden Seiten besteht etwa an Krankenhauskooperationen im medizinischen Bereich, bei der Vernetzung des Rettungsdienstes, in der Ausbildung im Gesundheits- und Pflegebereich, sowie an der Zusammenarbeit in der Krisenbewältigung und Pandemievorsorge. Wie ein grenzüberschreitendes Gesundheitsprojekt funktionieren kann, wurde anhand des laufenden EU-Projekts „Bridges for Birth“ zwischen dem Landesklinikum Hainburg und dem Kinderuniversitätsklinikum Bratislava aufgezeigt.

Außerdem gibt es zwischen Niederösterreich und Tschechien bereits eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich, die über einen bilateralen Staatsvertrag funktioniert. Dadurch ist es den Einsatzkräften im Notfall auch möglich, die Grenze zu überqueren. Nicht zuletzt beim Tornado im Juni in Südmähren und in der Corona-Pandemie habe sich das bereits als überaus hilfreich erwiesen.

Derzeit bei Gesundheit aufs eigene Land beschränkt

Im hiesigen Grenzraum zeigte eine Umfrage, dass derzeit vielfach nur die Gesundheitseinrichtungen im eigenen Land genutzt werden. Befragt wurden über 1.000 Bewohner auf beiden Seiten der Grenze, die bis zu 18 Kilometer von der Grenze entfernt leben. Derzeit ist es demnach so, dass weit über 80 Prozent so gut wie nie die Grenze überqueren, um Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Das soll sich durch das Projekt ändern.

EU-Landesrat Martin Eichtinger: „Das Gesamtbudget dieses Projektes beträgt rund 1,07 Millionen Euro. 906.000 Euro kommen aus Fördermitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Unser Ziel ist es, die grenzüberschreitende Kooperation zwischen Gemeinden, Städten, Vereinen, Verbänden und anderen Institutionen in den Grenzregionen der Slowakischen Republik und Niederösterreich zu stärken. Das Projekt bietet dazu eine strukturierte Plattform mit einem zweisprachigen Team, Moderatoren und Dolmetschern.“

Partner im Projekt RegioCoop sind der Kreis Trnava und Bratislava, das Regionalmanagement Burgenland und die NÖ.Regional.

Umfrage beendet

  • Würdet ihr Gesundheitsdienstleistungen in der Slowakei in Anspruch nehmen?