Haydngesellschaft feierte 400. Konzert. Eine kleine, idealistische Initiative entwickelte sich zu einem zugkräftigen Zentrum für junge und klassische Musik.

Von Otto Havelka. Erstellt am 03. Oktober 2019 (04:48)

Ein einfaches Rechenbeispiel sorgt für Staunen: Die Hainburger Haydngesellschaft lud am vergangenen Samstag zu ihrem 400. Konzert in die Kulturfabrik. Bei einem durchschnittlichen Besuch von 250 Zuhörern bescherte die Initiative seit ihrer Gründung im Jahr 1981 rund 100.000 Musikfreunden (nicht nur klassischen) Hörgenuss auf internationalem Niveau. Und das zu Eintrittspreisen, die mitunter nur einen Bruchteil der Ticketpreise für die gleichen Ensembles etwa im Wiener Musikverein ausmachen.

„Ich kenne keine vergleichbare Kulturinitiative“, lobte Nationalratspräsident und selbst passionierter Dirigent Wolfgang Sobotka. Hatte doch die Schulstadt von Joseph Haydn in den 80er-Jahren den Ruf als wenig attraktive Grenzstadt am Eisernen Vorhang, die kaum als Heimstätte für hochklassige Konzerte galt.

Standing Ovations in der ausverkauften Kulturfabrik

Zurück zum Konzert: Für das Jubiläum gelang es der Leiterin der Haydngesellschaft, Beate Linke-Fischer, die „Capella Istropolitana“ zu gewinnen, die zu einem der renommiertesten Kammerorchester Europas zählt. Und natürlich stand Haydns berühmte „Symphonie mit dem Paukenschlag“ am Programm.

Nach Beethovens Triplekonzert für Klavier, Violine, Violoncello und Orchester mit dem „Jess Trio“ der Geschwister Elisabeth, Johannes und Stefan Kropfitsch gab’s in der ausverkauften Kulturfabrik Standing Ovations.

Nach drei Stunden (inklusive Festempfang) war noch Zeit für eine virtuose Zugabe mit dem letzten Satz von Haydns „Zigeunertrio“.