Haydnregion NÖ startete Saison mit Online-Konzert. Mit dem „Vienna Ensemble“ und Stargeiger Yury Revich, aber ohne Publikum startete die Haydnregion NÖ die Konzertsaison.

Von Otto Havelka. Erstellt am 11. März 2021 (04:23)
Das „Vienna Ensemble“ um Dirigent Michael Juraszek spielten am Sonntag gemeinsam mit Star-Geiger Yury Revich in der Hainburger Kulturfabrik auf – allerdings statt für ein Publikum vor Ort nur für die Kameras.
Otto Havelka, Otto Havelka

„Wir wollen zeigen, dass wir da sind“, sagte der künstlerische Leiter der Haydnregion Niederösterreich, Michael Linsbauer. Und so nahmen zwei Dutzend Musiker des „Vienna Ensembles“ auf der Bühne in der Kulturfabrik Aufstellung, um mit einem Konzert „Von Haydn bis Strauss“ ein verspätetes Neujahrskonzert zu servieren – vor leeren Sitzreihen. Da der Besuch von Kulturveranstaltungen aufgrund der Corona-Beschränkungen derzeit tabu ist, wurde das Konzert aufgezeichnet und ist seit Sonntag als kostenfreier Videostream auf Youtube abrufbar. Den Link findet man unter www.haydnregion-noe.at.

Die Atmosphäre im Konzertsaal war freilich etwas eigenartig: kein Hüsteln, kein Räuspern und vor allem kein Applaus des Publikums. Und den hätte es mit Sicherheit in Überfülle gegeben. Neben Joseph Haydns Symphonie Nr. 86 – eine seiner „Pariser Symphonien“ – wurde Michael Haydns selten gespieltes Violinkonzert in A-Dur zum Besten gegeben. Und dabei brillierte Star-Geiger und „Echo-Klassik“-Gewinner Yury Revich als Solist. Mit viel Empathie und mit erfrischender Lockerheit begeisterte er mit grandiosen Soli.

Für einen schwungvollen Abschluss sorgte ein Potpourri von Werken von Johann Strauss Sohn – darunter die Ouvertüre der Operette „Fledermaus“ und der Donauwalzer –, Fritz Kreisler, Edward Elgar und Pablo de Sarasate.

Für Linsbauer war der erste Konzertstream nicht nur ein „herausforderndes Projekt“, sondern auch ein erfolgreiches. Bis Montagvormittag wurde das Konzert im Internet mehr als 1.500 Mal aufgerufen. Neben Zuschauern aus ganz Europa haben sich sogar Musikliebhaber aus Kolumbien zugeschaltet. „Diese Resonanz ist überwältigend“, jubelt Linsbauer.