Jahresbilanz der AK: 1,3 Millionen für Dienstnehmer. Arbeiterkammer Hainburg erkämpfte Rekordbetrag an ausständigem Gehalt. Beratung bei Pflegegeld wird stark nachgefragt.

Von Josef Rittler. Erstellt am 05. März 2020 (05:43)
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Christian Bauer und Peter Stattmann präsentierten dieBilanz der Arbeiterkammer.
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Eine 49-jährige Kellnerin begann im Jahr 2019 in einem Gastgewerbe Betrieb im Bezirk zu arbeiten. Nach drei Monaten erlitt sie einen Arbeitsunfall und meldete das dem Dienstgeber. Der meldete sie sofort von der Sozialversicherung ab und kündigte ihr. Die Kellnerin wollte sich das nicht gefallen lassen und wandte sich an die AK Hainburg. „Wir haben interveniert, und tatsächlich hat das Mitglied dadurch seine wohlerworbenen Ansprüche wie Kündigungsentschädigung, Urlaubsersatzleistung und Sonderzahlungen in Höhe von 1.790 Euro erhalten“, berichtet Christian Bauer, Leiter der AK Bezirksstelle in Hainburg.

Insgesamt hat die Bezirksstelle im Vorjahr mehr als 1,3 Millionen für die Arbeitnehmer der Region erstritten, sagt der Bezirksstellenleiter. „Das umfasst sowohl die Steuersparwochen als auch den Konsumentenschutz. Am häufigsten gefragt war unsere Unterstützung bei Problemen am Arbeitsplatz und in sozialrechtlichen Fragen. Insgesamt wandten sich fast 2.400 Menschen an die Bezirksstelle. „Das zeigt, wie wichtig wir als regionale Anlaufstelle in allen Lebenslagen sind“, sagt Christian Bauer. Zahlreiche Veranstaltungen runden das Angebot ab. „Auch Schulen greifen immer mehr auf unser Know-how zurück und auch der Sprechtag zum Konsumentenschutz wird gern angenommen“, zieht Bauer Bilanz.

56 Millionen Euro hat die AK NÖ den Dienstnehmern nach Problemen an Arbeitsplatz oder in sozialrechtlichen Fragen gesichert. „Es handelt sich hier um Geld, das den Betroffenen zusteht und das ihnen aus vielerlei Gründen vorenthalten wurde. Wir haben geholfen“, sagt Peter Stattmann, Vorstandsmitglied der AK NÖ.

Ein großer Erfolg war laut Bauer die Pflegegeld-Beratung, die im Vorjahr deutlich ausgebaut worden war, in Hainburg wurden 14 Personen beraten, in ganz NÖ 80 Personen.

Weiters sei im Vorjahr eine wichtige AK-Forderung umgesetzt, worden: Bessere Kündigungsfristen für Arbeiter. Für die rund 260.000 Arbeiter gelten nun die gleichen Kündigungsfristen wie für Angestellte.