Pandemie ließ Telefone bei AK heißlaufen. Corona-Krise stellte auch die Arbeiterkammer in Hainburg vor große Herausforderungen. 1,7 Millionen Euro wurden für Mitglieder erkämpft.

Von Josef Rittler. Erstellt am 27. Februar 2021 (04:24)
AK-Bezirksstellenleiter Christian Bauer.
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Ein Jahr im Zeichen von Corona erlebten die Mitarbeiter der AK Bezirksstelle Hainburg. „Mehr als 6.000 Menschen haben mit uns Kontakt aufgenommen“, erzählt Leiter Christian Bauer.

„Manchmal ging es um rasche Auskünfte und Informationen zu Kurzarbeit, einvernehmlicher Lösung des Dienstverhältnisses und den Bestimmungen zu Quarantäne, Homeoffice und Freistellung wegen Kinderbetreuung.“ In fast 3.000 Fällen sei Beratung und die Unterstützung in konkreten Problemfällen gefragt gewesen. Das vergangene Jahr hätte deutlich gemacht, wie wichtig die AK als regionale Anlaufstelle sei: „Schon die Zahl der Telefonberatungen ist 2020 um 60 Prozent gegenüber 2019 angestiegen.“ Insgesamt hat laut Bauer die AK im Bezirk fast 1,7 Millionen Euro für die Arbeitnehmer der Region erkämpft.

„Unsere Mitglieder haben keinen finanziellen Aufwand, wir vertreten sie kostenlos vor Gericht“, führt Bauer aus. So auch drei Mitarbeiter eines Fassadenreinigungsbetriebs: Nach der ersten Phase des Lockdowns im Frühjahr 2020 hatten sie dem Vorschlag des Chefs zugestimmt, das Dienstverhältnis einvernehmlich zu lösen. Nach zwei Monaten sollten sie wieder aufgenommen werden, die ausstehenden Lohnzahlungen wurden mündlich versprochen. Dann die große Enttäuschung: Im Sommer war von einer Einstellung keine Rede mehr. „Sie wandten sich an die AK. Wir intervenierten beim ehemaligen Arbeitgeber“, berichtet Bauer. Der wollte nicht zahlen, der Fall ging zum Arbeits- und Sozialgericht Korneuburg, die drei Arbeiter bekamen recht.

Kammerrat Manfred Fiala, Vorstandsmitglied der AKNÖ.
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Die AK NÖ möchte die Arbeitnehmer auch generell entlasten. „Wir fordern von der  Bundesregierung ein Gutscheinheft im Wert von 1.000 Euro für jeden Haushalt“, erklärt Manfred Fiala, Vorstandsmitglied der AK NÖ. Hundert Gutscheine zu zehn Euro sollen regional eingelöst werden können. Allein in Niederösterreich würden 73.000 Haushalte davon profitieren“, so Fiala.