Pendler verärgert wegen Chaos auf S7. Stellwerksstörung machte Schienenersatzverkehr notwendig. Zahlreiche Reisende beklagten schlechte Information.

Von Josef Rittler. Erstellt am 15. Januar 2020 (05:12)
Ein verwaister Bahnsteig, dafür volle Busse: Langes Warten in der Kälte und fehlende Informationen über den Schienenersatzverkehr und Anschlusszüge empörte viele Bahnreisende.
Rittler

Eine Stellwerksstörung machte vergangene Woche die Einrichtung eines Schienersatzverkehrs zwischen Wolfsthal und Fischamend notwendig. Mangelnde Informationen verärgerten allerdings viele Pendler, die teils lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten.

Eine Hainburgerin meint dazu: „Schienenersatzverkehr ist leider oft nicht anders machbar und kann vorkommen. Es wäre dennoch nett, wenn man zumindest Busfahrer einsetzen würde, die auch die Strecke kennen oder Mitarbeiter mitfahren, welche die Haltestellen kennen und so nicht Fahrgäste gezwungen sind, um 4.36 Uhr in der Früh Wegbeschreibungen abzugeben, um dann mit rund 15- minütiger Verspätung am Bahnhof anzukommen und festzustellen, dass der Zug natürlich fort ist. Der nächste kommt erst in fünfzehn Minuten. Somit wartet man bei der Kälte, kommt zu spät in die Arbeit und hat nicht einmal die Möglichkeit, eine Toilette zu benützen.“

Eine weitere Beschwerde einer Pendlerin zum selben Sachverhalt beklagt ebenfalls die „Desinformation der Reisenden durch die Mitarbeiter der ÖBB“.

Lenker müssen die Strecke kennen. Das werden wir den Busunternehmen in Erinnerung rufen.“ÖBB-Sprecher Christopher Seif

Diese verweist zunächst auf die Notwendigkeit des Schienenersatzverkehrs wegen der kurzfristig aufgetretenen Störung. „Es tut uns natürlich leid, wenn die Bemühungen aller Beteiligten nicht in jedem Fall das gewünschte Ergebnis bringen, nämlich die Fahrgäste möglichst rasch und reibungslos ans Ziel zu bringen“, führt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif aus.

„Wir versuchen, immer so schnell wie möglich die erforderliche Anzahl an Bussen zu organisieren.“ Es kämen nicht nur Postbusse zum Einsatz, sondern private Busse, da ja die Postbusse im Linienverkehr unterwegs seien. „Vor allem in den Hauptverkehrszeiten in der Früh und am Abend stehen wir vor einer großen Herausforderung.“

Ansprechpartner sei grundsätzlich Postbus, es könnten aber auch Busunternehmen mit dem Ersatzverkehr beauftragt werden, wie es in diesem Fall geschehen sei. Es bestünden aber Vereinbarungen, die den Subunternehmer verpflichten, bestimmte Standards wie eine Streckenkenntnis des Lenkers einzuhalten. „Wir werden das bei den Busunternehmen noch einmal deponieren und in Erinnerung rufen“, so Seif.