Sucht als Grund für mildes Urteil. Ein 35-Jähriger soll Cannabis zur Schmerzbehandlung konsumiert und in Hainburg produziert haben. Er kassierte am Landesgericht Korneuburg acht Monate bedingte Freiheitsstrafe für Suchtgifthandel.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 22. August 2021 (05:26)
Cannabis-Plantage
Cannabis-Plantage
APA (dpa/Archiv)

Ein Unfall von vor vier Jahren war letztendlich die Ursache für die Anklage eines 35-Jährigen am Landesgericht Korneuburg. Massive Schmerzen hätten den Mann anfangs gezwungen, „einen Haufen Medikamente“ zu nehmen, die mäßig wirkten.

Auf den Rat von Freunden probierte er es mit CBT-Produkten, die aber auch nicht halfen. Linderung habe er erst mit dem Konsum von Cannabis gefunden. Was – beschaffungstechnisch – kein Problem war, bis er seine Arbeit verlor.

Polizei wurde bei Verkehrskontrolle aufmerksam

Um seinen Konsum weiterhin zu gewährleisten und in Folge die Herstellung der Droge zu finanzieren, produzierte er in Hainburg ab Anfang 2021 bis zum 25. März dieses Jahres rund ein Kilo Cannabis. An diesem Tag wurde er bei einer Verkehrskontrolle wegen seines Verhaltens auffällig. Die Amtshandlung am Wegesrand hatte am frühen Abend eine Hausdurchsuchung zur Folge, nach der er um 21.40 Uhr kurzfristig festgenommen wurde. Seinen Führerschein ist er seitdem los.

Sein Verteidiger Christian Werner legte sich routiniert aber engagiert für seinen Mandanten ins Zeug und führte dessen Abhängigkeit ins Treffen, womit er eine sogenannte Privilegierung erreichte. Das bedeutet die Reduzierung des angedrohten Strafmaßes, weil man, vereinfacht ausgedrückt, durch seine Sucht kaum andere Handlungsmöglichkeiten hatte.

Die bedingten acht Monate Freiheitsstrafe für den Suchtgifthandel nahm der 35-Jährige an.