„Türkensturm“ 1683: Buch trennt Fakten und Mythen

Der Historiker Daniel Haberler-Maier hat die Hainburger Ratsprotokolle der Jahre 1683 bis 1688 bearbeitet.

Josef Rittler
Josef Rittler Erstellt am 03. Juli 2021 | 04:44
Daniel Haberler-Maier
Der Historiker Daniel Haberler-Maier will auf 464 Seiten Mythen von Fakten trennen.
Foto: privat, privat

Hainburg im Jahr 1683: Die Innenstadt ist nach der Eroberung durch osmanische Truppen zerstört, viele Einwohner und Flüchtlinge aus der Umgebung wurden umgebracht. Nach der Vertreibung des Feindes machen sich die Überlebenden an den mühevollen Wiederaufbau.

Der Historiker Daniel Haberler-Maier hat im Auftrag des Stadtmuseums Wienertor die Ratsprotokolle von 1683 bis 1688 übertragen und aus dem Material eine Abhandlung über die Ereignisse und Sorgen der Bevölkerung nach dem „Türkensturm“ geschrieben.

Sorgen und Nöte der Bevölkerung

Das Buch „Weillen durch den Erbfeind alles ruinirt“ beleuchtet auf 464 Seiten die Sorgen und Nöte der Stadtverwaltung und der Bevölkerung. Eines der Ziele der Arbeit ist es, die zahlreich kursierenden Mythen von schriftlich belegbaren Tatsachen zu trennen.

Haberler-Maier, geboren 1989, ist Historiker, archivarischer Leiter des Stadtarchivs Krems und Mitglied des Instituts für österreichische Geschichtsforschung. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Stadt- und Regionalgeschichte.

Die Arbeit wurde von Josef Aigner, dem Leiter des Stadtmuseums Wienertor, angeregt und unterstützt. Die Arbeitsgruppe Wienertor hat das Buch herausgegeben, Erstellung und Druck wurden aus Spenden finanziert.

„Besonderer Dank geht weiters an die Hainburger Stadtarchivarin Erna Frank, die bereits seit Jahrzehnten zum Thema 1683 in Hainburg forscht, bislang jedoch kaum dazu publiziert hat, und die ihr immenses Wissen um die Stadtgeschichte bereitwillig geteilt hat“, sagt Haberler-Maier.