Verkehrsprobleme müssen gelöst werden. Hainburgs SP-Stadtrat Thomas Häringer will die virulenten Verkehrsprobleme endlich angehen.

Von Josef Rittler. Erstellt am 29. Juli 2020 (05:24)
Verkehrsstadtrat Thomas Häringer auf dem Hauptplatz: der Verkehr in der Stadt soll reduziert werden.
Rittler

Wie sich bei den Diskussionen der Stadterneurung auf dem Schlossberg gezeigt hat, brennt das Thema Verkehr den Hainburgern besonders unter den Nägeln. Die NÖN traf Verkehrsstadtrat Thomas Häringer (SP) zum Gespräch.

NÖN: Wie stellt sich die Verkehrslage in Hainburg momentan dar?

Nur hinter dem Ofen sitzen, hilft uns auch nicht weiter“

Verkehrsstadtrat Thomas Häringer (SP)

Thomas Häringer: Bedingt durch die Coronakrise wurde das Verkehrsproblem kurzfristig gelöst. Obwohl die Krise noch nicht überstanden ist, ist es wieder schon fast so wie vorher. Als Verkehrsstadtrat bin ich aber nicht nur für den Straßenverkehr, sondern auch für die Radfahrer und Fußgänger zuständig, grundsätzlich für die Mobilität in der Stadt. Die Einflussmöglichkeiten sind allerdings eingeschränkt.

Inwiefern eingeschränkt?

Häringer: Das betrifft einerseits die finanziellen Möglichkeiten. Bei meinen Vorgängern ist Einiges unerledigt geblieben, es ist viel zu sanieren, dafür gibt es im Budget nur 500.000 Euro. Was den Durchzugsverkehr betrifft, ist die B9 eine Verbindung der höchsten EU-Kategorie, da kann die Stadt auch nicht viel Einfluss nehmen.

Was sind denn Ihre nächsten Schritte?

Häringer: Zunächst müssen wir das Thema vom politischen Alltag befreien und mehr generellen Druck machen. Die letzte Demo war im Jahr 1998 unter Bürgermeister Franz Hirschl (SP). Am Beispiel Poysdorf hat man gesehen, dass der Schulterschluss zwischen Bevölkerung und lokaler Politik etwas bringt. Als ehemaliger Betriebsrat der AUA habe ich meine Anliegen ähnlich hartnäckig vorgebracht, dass mir ein Vorstandsdirektor sogar die „Beharrlichkeit eines Kretins“ zuschrieb.

Welche Lösungen haben Sie also anzubieten?

Häringer: Wir sind keine Verkehrsplaner, wir wissen nur, dass es Probleme gibt. Da reicht es nicht, hinter dem Ofen zu sitzen. Kurzfristig könnte ein Lkw-Fahrverbot helfen, auch eine Bemautung der B9 zwischen Berg und Petronell-Carnuntum kann ich mir vorstellen, um den Durchzugsverkehr auf die Autobahn zu bringen. Bei der Corona-Krise hat man ja gesehen, dass viele nur durchfahren, obwohl bei der Präsentation des Verkehrskonzeptes gesagt wurde, dem wäre nicht so. Weiters wird im Herbst über eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 oder 40 Stundenkilometer im gesamten Stadtgebiet entschieden. Die muss dann auch kontrolliert werden. Auch der Multi-Kulti-Renngesellschaft, die mit einem Hunderter durch die Stadt fährt, müssen ihre Grenzen aufgezeigt werden.

Sie sind ja wie gesagt nicht nur für die Autos zuständig.

Häringer: Für Fußgänger müssen wir die Innenstadt unbedingt barrierefrei machen. Das betrifft nicht nur Rollstühle, auch Kinderwägen, das ist ein Wahnsinn momentan. Außerdem gehören mehr Bäume nachgepflanzt, nicht einfach nur umgeschnitten, und die Baumscheiben asphaltiert so wie bisher.