Wilde Verfolgungsjagd endete mit tragischer Bilanz. Eine wilde Verfolgungsjagd gipfelte heute, Montag, Früh in einem schweren Verkehrsunfall bei der Stadteinfahrt von Hainburg (Bezirk Bruck).

Von Susanne Müller. Update am 31. Juli 2017 (16:53)

Ein Autofahrer hat sich Montagfrüh in Niederösterreich eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Schlussendlich krachte der 52-Jährige aus der Steiermark bei Hainburg (Bezirk Bruck an der Leitha) gegen einen Polizeibus und mehrere Fahrzeuge. Er selbst und eine Lenkerin (46) wurden schwer verletzt. Laut der NÖ Polizei dürften dem Vorfall psychische Probleme zugrunde liegen.

Die Landespolizeidirektion gab am Nachmittag den Hergang detailliert bekannt. Demnach hatte der Mann einen Pkw im Gemeindegebiet von Biedermannsdorf (Bezirk Mödling) mit hoher Geschwindigkeit in eine durch Rotlicht gesicherte Straßenkreuzung gesteuert. Ein Polizeibeamter außer Dienst musste sein Motorrad stark abbremsen und auslenken, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Er verständigte per Telefon Kollegen und fuhr dem Autofahrer in Richtung Schwechat nach, während er den Einsatzkräften laufend die jeweiligen Standorte durchgab.

Der Pkw-Lenker habe sämtliche Verkehrsregeln missachtet und trotz Gegenverkehr überholt. Die Fahrt führte über Biedermannsdorf, Laxenburg und Achau zur S1 (Wiener Außenringschnellstraße) bis Schwechat. Dort erfolgte durch die Autobahnpolizei der erste Versuch, den Wagen zu stoppen, was der Mann ignorierte und auf der B9 in Richtung Hainburg weiterfuhr. In Regelsbrunn durchbrach der 52-Jährige laut Polizei eine weitere Straßensperre und zwang Beamte eines Streifenwagens zu einem Ausweichmanöver.

In Hainburg postierte die Polizei rund 50 Meter vor dem Kreisverkehr der B9 und B49 in Richtung Donaubrücke einen Polizeibus mit eingeschaltetem Blaulicht quer zur Fahrbahn, während die Gegenfahrbahn für eine Ausweichmöglichkeit freigehalten wurde. Um 6.40 Uhr raste der Lenker auf den Streifenwagen zu - die Polizeibeamten mussten zur Seite springen, um einer Kollision und einer möglichen schweren Verletzung zu entkommen. Der 52-Jährige kollidierte mit dem Pkw mit der rechten Vorderseite des Streifenwagens, wodurch dieser zur Seite geschleudert wurde. Ein Beamter wurde durch herumfliegende Kfz-Teile am Bein verletzt. Danach streifte der Autofahrer weitere verkehrsbedingt stehende Fahrzeuge und prallte frontal gegen das Heck eines vor dem Kreisverkehr haltenden Wagens, wodurch die Lenkerin schwer verletzt wurde.

Die Staatsanwaltschaft Korneuburg ließ die Fahrzeuge des Flüchtenden, der Polizei und der schwer verletzten 46-Jährigen beschlagnahmen und ordnete die Festnahme des Mannes, der vom Notarzthubschrauber in ein Krankenhaus nach Wien geflogen wurde, an. Blutproben des Beschuldigten wurden sichergestellt. Vernehmungen der Zeugen, Verletzten und des 52-Jährigen seien in den nächsten Tagen geplant.

In welche Richtungen die Ermittlungen der Polizei jetzt gehen und welche Hintergründe hinter der Wahnsinnsfahrt vermutet werden, das lesen Sie in der Printausgabe der Brucker NÖN oder im e-paper.