Bruck zahlt bei Hallenbad-Sanierung nicht mit. Das sanierungsbedürftige Bad wurde wegen Einsturzgefahr für mehrere Jahre gesperrt. Neusiedl bemüht sich um Finanzbeteiligung der Gemeinden der Region.

Von Birgit Böhm-Ritter und Susanne Müller. Erstellt am 20. März 2020 (05:45)
Das Neusiedler Hallenbad ist schon lange in einem schlechten Zustand. Jetzt musste es gesperrt werden.
NOEN

Ein Szenario, das seit Jahren im Raum stand, ist vor kurzem Realität geworden. Das Neusiedler Hallenbad musste praktisch von einem Tag auf den nächsten gesperrt werden. Einsturzgefahr.

Aus statischer, hochbautechnischer, haustechnischer und brandschutztechnischer Sicht sei eine Weiterführung des betriebs nicht mehr zu verantworten, hieß es daraufhin von SP-Bürgermeisterin Elisabeth Böhm und Georg Glerton, dem Geschäftsführer der Freizeitbetriebe GmbH, zu der das Hallenbad gehört. Bei Holzarbeiten am Dach wurde wenige Tage zuvor Holzfäule festgestellt. Genauere Untersuchungen brachten zutage, dass Holzträger nicht mehr tragfähig seien, erläuterte Glerton.

"Sperre unumgänglich"

Architekt Anton Mayerhofer, seit 2015 beratend in die Hallenbad-Causa involviert, konkretisierte: „Es ist festgestellt worden, dass Teile abgemorscht sind. Wenn das Bad dampft, geht alles in die Holzkonstruktion. Eigentlich ist es ein Wunder, dass alles bis jetzt so gut funktioniert hat. Die Wassertechnik aus dem Jahr 1975 ist auch nur durch ‚Künstler‘ im Haus aufrechterhalten worden.“ Eine Sperre sei unumgänglich, bevor es zu einem „Multiorganversagen“ kommt.

Dass das 43 Jahre alte Hallenbad saniert werden muss, ist bereits seit Jahren klar. Gescheitert ist eine Generalsanierung allerdings an der Finanzlage der Stadt Neusiedl. Mehrere Anläufe, die Gemeinden der Region ins Boot zu holen, verliefen bisher im Sand. Und auch jetzt betont Bürgermeisterin Böhm: „Es wird eine Generalsanierung geben. Es ist wichtig, dass das Hallenbad erhalten bleibt, aber alleine wird es die Stadt nicht schaffen.“

Vor kurzem erst in Freibad investiert

Wie schon vor einigen Jahren kontaktierte die Gemeinde Neusiedl auch die Stadt Bruck in der Hoffnung auf eine finanzielle Beteiligung. Eigentlich hätte letzte Woche dazu ein Treffen stattfinden sollen, um diese Möglichkeit zu besprechen. Aufgrund der Coronavirus-Krise musste das Treffen dann zwar kurzfristig abgesagt werden. Brucks SP-Bürgermeister Gerhard Weil besprach die Sache aber telefonisch mit seiner Amtskollegin und erteilte den Neusiedlern eine Absage. „Ich habe angekündigt, das Bruck nicht mitzahlen wird“, verwies Weil darauf, dass Bruck erst vor kurzem fast eine Million Euro in sein eigenes Freibad investiert habe. Schwimmkurse für die Brucker Kinder würden demnach entweder dort oder im Hallenbad Schwadorf abgehalten.