Fitness-Trainer rät: „Nicht zu Hause sitzen bleiben“

Durch die Corona-Krise hat bei vielen Menschen die Fitness gelitten. Die NÖN sprach mit dem Inhaber des Body-Clubs, Gerhard Müller, über Fitness im Winter und während der Pandemie.

Erstellt am 12. Januar 2022 | 05:47
Lesezeit: 2 Min
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Body-Club-Inhaber Gerhard Müller mit Fitnessstudio-Gast Judith Lehner: „Das Wichtigste ist, aktiv zu bleiben.“
Foto: Otto Havelka

NÖN: Nach den Feiertagen ist bei vielen Menschen Abnehmen und Vorbereitung auf den Skiurlaub angesagt. Stürmen die Kunden nun die Fitnessstudios?

Gerhard Müller: Normalerweise ist bei uns der Winter die stärkste Zeit. Da kommen mehr Leute ins Fitnessstudio, weil die Sportmöglichkeiten im Freien eingeschränkt sind. Aber heuer ist die Nachfrage nicht besonders groß.

Ist das Ihrer Meinung nach eine Folgen des Lockdowns im Dezember?

Müller: Es ist insgesamt eine Folge der Pandemie. Wir hatten im vergangenen Winter sechseinhalb Monate geschlossen, jetzt wieder drei Wochen. Die Leute sind verunsichert. 2019 wurden noch viele Jahreskarten als Weihnachtsgeschenke gekauft. Jetzt gibt es das fast nicht mehr.

Hat im Zuge der Pandemie damit die Fitness der Menschen gelitten?

Müller: Vor allem bei älteren Menschen hat die Fitness sehr gelitten. Sie sind aus Vorsicht zu Hause geblieben und haben sich kaum noch bewegt. Manche Stammkunden von früher habe ich kaum wiedererkannt. Die haben in einem Jahr fünfzehn Kilo zugenommen und drastisch an Beweglichkeit und Sicherheit verloren.

Kommen diese Kunden nach Impfung und bei strengen Zugangsbeschränkungen nicht mehr zurück?

Müller: Ich würde mir jetzt auch kein Theaterabonnement kaufen, wenn ich nicht weiß, ob nicht in ein paar Wochen wieder ein Lockdown kommt.

Es ist zwar nicht förderlich für ihr Geschäft, aber man kann sich ja auch außerhalb des Fitnessstudios in Schuss halten.

Müller: Natürlich. Und ich rate auch allen, nicht zu Hause sitzen zu bleiben. Die Menschen sollen rausgehen, sich bewegen, spazieren gehen, schwimmen, Gleichgewichtsübungen machen. Das Wichtigste ist: aktiv bleiben.

Ist die Hemmschwelle, etwas für die Fitness zu tun, höher, wenn die körperlichen Defizite zunehmen?

Müller: Die Überwindung, wieder etwas zu tun, ist am Anfang sicher größer, weil es auch etwas mühsamer ist. Aber man muss ja keine Bäume ausreißen. Es gibt für jedes Alter und entsprechend den körperlichen Voraussetzungen, passende Bewegungsprogramme.