Gegenwind für Enzersdorfs „Chefkritiker“

Erstellt am 13. Juli 2022 | 05:21
Lesezeit: 3 Min
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Milos Matijevic macht sich bei den anderen Parteien keine Freunde.
Foto: privat
Sobald GEMa-Sprecher Milos Matijevic Fragen stellt, gehen die Emotionen hoch – so auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung.
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Der Konflikt zwischen GEMa sowie ÖVP, FPÖ und SPÖ ist nicht neu. Listenchef Milos Matijevic findet allerdings bei jeder Gemeinderatssitzung Punkte, die es zu kritisieren gilt und die Bürgermeister Markus Plöchl (ÖVP) reizen. So auch im Fall einer an sich unstrittigen und der ÖVP zustehenden Personalrochade in mehreren Ausschüssen.

Matijevic kritisierte zwar nicht die Wechsel an sich, sondern erneuerte seine Kritik daran, dass aus seiner Sicht zu wenige Ausschusssitzungen stattfinden. „Die Mandatare bekommen Geld dafür, um ihre Themen zu bearbeiten und in den entsprechenden Ausschüssen die anderen Parteien darüber zu informieren bzw. um dort Entscheidungen gemeinsam vorzubereiten. Nur Werner Herbert schafft es pro Quartal, seine Ausschusssitzungen abzuhalten. Alle anderen haben es in 2,5 Jahren zu einer, maximal zwei Sitzungen gebracht“, ärgerte sich der GEMa-Chef.

Matijevic-Liste fühlt sich ausgeschlossen

Bürgermeister Plöchl war auf diese Kritik aber vorbereitet und hielt ihm eine detaillierte Auflistung aller Sitzungen entgegen. Auch SPÖ-Gemeinderat Helmut Tomek warf ein, dass Matijevic falsch recherchiert habe, es aber im Bedarfsfall schnellere Entscheidungswege brauche. „Im Übrigen gibt es eine Liste der Vorperiode, wo es Matijevic als Gemeinderat von 2010 bis 2015 nur auf drei Sitzungen gebracht hat. Heuer hat er ebenfalls erst eine abgehalten. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“, konterte Plöchl. „Stimmt nicht“, erwiderte Matijevic.

Des Pudels Kern ist für die Liste GEMa aber ohnehin ein anderer: Aus ihrer Sicht wolle die Gemeindeführung sie partout von Entscheidungen und Infos fernhalten. In der Sitzung bekam Matijevic jedenfalls auf alle Fragen eine ruhige und detaillierte Antwort vom jeweils zuständigen Gemeinderat.

Ex-Parteikollegen aus der SPÖ sind verärgert

Vizebürgermeister Werner Herbert (FPÖ) betont etwa immer wieder, dass Matijevic alle Infos bekomme: „Lesen muss man sie halt auch.“ Den Mandataren von ÖVP, SPÖ und FPÖ war anzumerken, dass man von der permanenten Kritik Matijevic‘ genervt ist. „Wir waren einst gut befreundet, aber ich weiß nicht, was Milos mit der dauernden Kritik bezweckt“, meint SPÖ-Mandatar Stefan Hartl.

Auch Parteikollege Tomek hielt einst viel von Matijevic, kann aber mittlerweile bei dessen Wortmeldungen seine Emotionen kaum noch zügeln: „Es geht nur darum, zu kritisieren. Das ist zermürbend.“ Detail am Rande: Tomek und Matijevic saßen von 2010 bis 2015 gemeinsam für die SPÖ im Gemeinderat. Ortschef Markus Plöchl fasste es so zusammen: „Wir sind froh, dass die Zusammenarbeit zwischen ÖVP, SPÖ und FPÖ hervorragend funktioniert und so viele Projekte umgesetzt werden können. Immer dagegen sein, ist leider zu wenig und bringt nichts!“ Milos Matijevic sieht das anders. Seine Liste GEMa wolle mitgestalten und das lasse man nicht zu.

Allerdings: Der GEMa-Dringlichkeitsantrag, allen Beziehern eines Heizkostenzuschusses in der Gemeinde, einen einmaligen zusätzlichen Heizkostenausgleich in Höhe von 150 Euro zu zahlen, wurde einstimmig angenommen.

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