Gasthaus am Spitz wird zu Politikum

Erstellt am 27. April 2022 | 05:50
Lesezeit: 3 Min
Gasthaus am Spitz
Das Gasthaus am Spitz wurde von der Gemeinde saniert und wartet auf einen Pächter.  
Foto: Susanne Müller
Höfleins Ortschef Otto Auer (VP) ist noch immer auf der Suche nach Gastronom. Dass es so lange dauert kritisieren SP und FP.
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Vor rund zwei Jahren hat Ortschef Otto Auer gemeinsam noch mit dem alten Gemeinderat beschlossen, das Gasthaus am Spitz um 300.000 Euro zurück zu kaufen, zu sanieren und selbst an einen Gastronom oder eine Gastronomin zu verpachten. Es soll keine Konkurrenz zum beliebten Wirten Prinz sein, sondern ein anderes Kulinarik-Konzept umgesetzt werden. Nämlich spezielle Gastronomie für den Abend und am Wochenende.

Aus dem scheint aber nur schwer etwas zu werden. Auers Favorit sprang aus privaten Gründen ab. Fünf von zehn Interessenten hätten nicht die Vorstellungen Auers erfüllt. Und die Pandemie mache die Suche natürlich nicht einfacher. „Es melden sich aber immer mehr“, so Auer.

Für SPÖ wäre andere Nutzung denkbar gewesen

Das beruhigt die SPÖ wenig. Mehr noch: Das Projekt Gasthaus am Spitz sei von Anfang an nicht gut durchdacht. „Wir wären es gerne anders angegangen. Man hätte darüber diskutieren können, was man aus der Immobilie machen kann. Kulturzentrum, Gemeindewohnungen, aber jede Idee wurde von Otto Auer abgewürgt. Für ihn war immer klar: Es wird ein Gasthaus. Jetzt erzählt er uns schon zwei Jahre von angeblichen Interessenten. Konzepte haben wir noch keine gesehen“, so SP-Mandatar Bernhard Ujhelyi.

Deswegen wollte die SPÖ in der jüngsten Gemeinderatssitzung per Dringlichkeitsantrag die Wohnung im Gasthaus am Spitz einer ukrainischen Flüchtlingsfamilie zur Verfügung stellen. Damit wenigstens die angrenzende Wohnung einer sinnvollen Nutzung zugeführt werde. Das fand bei der ÖVP aber keinen Anklang und wurde abgelehnt.

Die SPÖ bezweifelt, dass es bald einen Pächter geben wird. „Auf den Kosten für Kauf und Sanierung wird die Gemeinde wohl noch lange sitzen bleiben“, meint die SPÖ.

FPÖ-Mandatar Mario Scholle sieht das ähnlich. Auch er wünscht sich mehr Aufklärung und Transparenz von Bürgermeister Otto Auer: „Ich war dafür, dass wir das Gasthaus revitalisieren. Auer redete immer, als ob ab nächsten Montag schon ein Pächter da wäre. Ich hoffe, es findet sich noch ein Pächter, der das Lokal belebt. Und ich hoffe, die Gemeinde macht ihm den Anfang finanziell leichter. Lukrative Angebote für Gastronomen sind rar“, weiß Scholle.

Bürgermeister will keine überstürzte Vergabe

Konfrontiert mit dem Unmut von SPÖ und FPÖ antwortet Ortschef Otto Auer: „Wir haben als Gemeinde gewisse Vorstellungen, welche Art von Gastronomie wir haben wollen. Das engt den Kreis schon mal ein. Ich bin mir aber sicher, dass wir den passenden Pächter finden.“

Überstürzte Vergaben seien selten sinnvoll. Schließlich sei man erst im Februar mit allen notwendigen Sanierungsmaßnahmen fertig geworden und in die volle Vermarktung eingestiegen. „Wir nutzen unsere Netzwerke und Plattformen. Sobald es ernsthafte Angebote gibt, die passen, werden diese Konzepte natürlich vorgestellt. Die SPÖ kann sich aber sehr gerne selbst aktiv einbringen und geeignete Pächter vorschlagen. Ich habe nichts dagegen“, so Auer.

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