Windpark: Bürger sind nun am Wort

Über den Ausbau des Windparks bei Hof soll jetzt die Bevölkerung entscheiden.

Erstellt am 08. Oktober 2021 | 05:27
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In Hof sind drei neue Windräder geplant.
Foto: Gerald Burggraf

Im kommenden Jahr wird die Bevölkerung ein zweites Mal aufgerufen, um über die Errichtung von Windkrafträdern im Gemeindegebiet abzustimmen. Ein entsprechender Grundsatzbeschluss wurde bei der Gemeinderatssitzung in der vergangenen Woche einstimmig verabschiedet. 

Ganz ohne Diskussion ging der Beschluss allerdings nicht über die Bühne. ÖVP-Bürgermeister Felix Medwenitsch wollte ursprünglich in dem Beschluss verankert haben, dass drei Windräder mit dem Energiepark Bruck geplant sind.

Opposition urgiert konkrete Unterlagen

Damit wollten sich die Oppositionsparteien – SPÖ, FPÖ und Bürgerliste – aber nicht zufrieden geben. Sie wollten nicht einem Beschluss zustimmen, ohne detaillierte Unterlagen vorgelegt zu bekommen. „Das kann nicht sein. Schließlich hat sich ja auch die EVN um die Errichtung zusätzlicher Windräder in Hof beworben“, begründete FPÖ-Gemeinderat Martin Sohm seinen Widerstand. 

Nach einer Sitzungsunterbrechung samt Diskussion von Vertretern sämtlicher Fraktionen, einigte man sich schließlich auf einen simplen Beschluss, dass eine Volksbefragung durchgeführt werden solle. 

Bürgermeister Medwenitsch: „Die Verhandlungen mit den Bewerbern wurden wie beschlossen vom Gemeindevorstand geführt. Aber jetzt schon konkrete Zahlen auf den Tisch zu legen, wäre ein Schlag ins Gesicht für die Bewerber.“

Fest steht allerdings, dass der bestehende Windpark mit fünf Windrädern um drei weitere aufgestockt werden soll.

Transparenz vor der Volksbefragung

Die geplante Volksbefragung soll laut Medwenitsch jedenfalls „in der ersten Hälfte des kommenden Jahres“ über die Bühne gehen. Diese soll dann auch mit größtmöglicher Transparenz erfolgen. „Wir werden vor der Befragung detailliert erklären, wie viele Windräder und wo sie errichtet werden sollen und auch, mit welchen Einnahmen die Gemeinde dadurch rechnen darf“, versichert der Ortschef. 

Der Obmann der Bürgerliste György Slezak plädiert bei der Volksbefragung zusätzlich für eine Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Au. Auch dort sollen ja in nächster Zeit zumindest zwei weitere Windkrafträder aufgestellt werden. „Das hat ja auch Auswirkungen auf unsere Gemeinde“, so Slezak.

Die Verhandlungen dort dürften aber vorerst auf Eis gelegt sein, zumal der Gemeinderat in Au aufgelöst wurde und Neuwahlen erst für den 30. Jänner nächsten Jahres angesetzt wurden.