Bundeskanzler Christian Kern in Bruck zu Gast. Punkt elf Uhr, wie angekündigt, fuhr vor dem Brucker Rathaus der Tour-Bus mit dem übergroßen Konterfei des Bundeskanzlers vor. Im dicht getakteten Terminplan war genau eine Stunde für Bruck vorgesehen.

Von Susanne Müller. Erstellt am 09. Oktober 2017 (12:09)
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Christian Kern mischte sich unters Volk, schüttelte Hände, ließ sich auf unzähligen Selfies ablichten, bevor er das Rednerpult erklomm, wo ihm Brucks SP-Bürgermeister Richard Hemmer zusicherte: „Die Funktionäre werden bis zum letzten Tag laufen.“ Als Richtungsentscheidung bezeichnete der Kanzler die bevorstehende Wahl, bevor er auf sehr persönlicher Ebene darauf einging, was die Reformen, die die SPÖ in der Vergangenheit umgesetzt haben, für ihn bedeutet hatten. Durch Kreiskys Reformen sei es ihm nicht nur ermöglicht worden, eigene neue Schulbücher zu bekommen, sondern auch eine Universität zu besuchen. „Es geht darum, wer die besten Konzepte hat“, schlug Kern die Brücke zum jetzigen Wahlkampf.

Er ließ aber auch jenes Thema, das nun seit bald zwei Wochen die heiße Phase des Wahlkampfs dominiert: „Niemand ärgert sich mehr darüber als ich“, betonte Kern, dass hier ein „Skandal produziert“ werde, der „von den wirklichen Skandalen in diesem Land ablenkt“, leitete Kern zu Ungerechtigkeiten im Pensionssystem, zu hohen Mieten und zur ungleichen Wohlstandsverteilung über, die es zu bekämpfen gelte. Am Schluss stand die Warnung vor einer Neuauflage von Schwarz-Blau, oder wie es Kern formulierte, eines Films, der schon beim ersten Teil nicht gut gewesen sei: , „Die Rückkehr der Mumie, Teil II.“

Danach folgte der zweite Teil der Selfies, bevor der Kanzler wieder in seinen Tour-Bus stieg und die nächste Station, den Flughafen, anvisierte.