Kritik nach Rohrbruch in Mannersdorf. Betroffene fühlen sich von der Gemeinde im Stich gelassen.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 13. Februar 2021 (04:44)
Duschen und Toiletten der Mieter wurden entfernt.
privat

„Die Mieter dieses Wohnhauses fühlen sich etwas im Stich gelassen“, sagt die Schwiegertochter einer Bewohnerin der Wohnhausanlage in der Hintausstraße. Ein Rohrbruch hat die darin befindlichen Gemeindewohnungen schwer beschädigt (die NÖN berichtete). Die Zimmerdecken aus Holz wurden zerstört, Dusch- und WC-Anlagen mussten entfernt werden. 

Mit den Sanierungsarbeiten wurde Ende Jänner begonnen, der fatale Rohrbruch hat sich laut den Betroffenen allerdings schon im November ereignet.  „Ich bin der Letzte, der sagt, das Problem ist erst gestern aufgetreten. Betroffene haben sich aber erst vor zwei Wochen an mich gewandt“, rechtfertigt SP-Sozialstadtrat Manfred Fiala das späte Handeln. Daraufhin sei sofort mit dem Austausch der Leitungen begonnen worden. 

Vor der Wohnhausanlage wurde ein Container mit Sanitäranlagen installiert.
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Für die betroffenen Parteien wurde zunächst in der ehemaligen Waschküche im Keller ein provisorisches WC installiert. Die Schwiegertochter beklagt den Zustand dieser Anlage, der Sohn einer weiteren Bewohnerin und dessen Ehefrau verweisen darauf, dass es dort mitunter Minusgrade hat. Letzte Woche wurde ein beheizter Container mit Duschen und Toiletten vor dem Gebäude installiert. Um diese zu nutzen, müssen die Personen jedoch das Haus verlassen. „Meine Mutter wird nicht in der Nacht hinaus aufs Klo gehen“, betont der Sohn. Die Schwiegertochter der anderen Bewohnerin wiederum beklagt, dass trotz Boiler kein Warmwasser vorhanden gewesen sei. Dass dies nicht optimal ist, sieht auch Fiala ein. Im ersten Stock soll daher eine Notdusche installiert werden. Diese kann von den Bewohnern dann vorübergehend genutzt werden. 

Beklagt wird auch die mangelnde Kommunikation der Gemeinde. Fiala streitet dies nicht ab: „Wir haben es als Gemeinde verabsäumt, rechtzeitig zu kommunizieren, wie es weitergeht.“ Dass er erst so spät die Problematik in der Wohnhausanlage erkannt hat, sieht er ebenfalls als Versäumnis. 

Die Angehörigen der Betroffenen bezeichnen die Zustände als unzumutbar. Aufgrund der Schäden befürchten manche Bewohner, das Haus könnte einstürzen, wenn Lkw vorbeifahren. Den Sohn einer Bewohnerin ärgert, dass die Mieten weiter bezahlt werden mussten. Fiala ortet hier ein weiteres Versäumnis. „Wir haben die Gebös dazu angehalten, die Zahlung für den nächsten Monat auszusetzen“, lässt er wissen. 

Derzeit werden Zimmerdecken ausgetauscht und die Sanitäranlagen in den Wohnungen wiederhergestellt. Parallel dazu werden mit der Gebös, die das Haus verwaltet, mögliche Lösungen für die Zukunft diskutiert.   „Wir wollen die humanste Lösung anbieten“, betont Fiala.