Brucker Algenzucht "Eparella" ist in Konkurs. Die Ecoduna-Tochter Eparella ist mit 21,4 Millionen Euro Schulden zahlungsunfähig.

Von Susanne Müller. Erstellt am 13. Mai 2020 (05:59)
NOEN

Erst vor zwei Jahren wurde die Algenzuchtanlage der Eparella GmbH, einer 100 Prozent-Tochter der Ecoduna AG, feierlich eröffnet. Eigentlich war noch eine Kapazitätserweiterung um das Dreifache geplant. Jetzt ist das junge aufstrebende Unternehmen insolvent und hat in der Vorwoche am Landesgericht Korneuburg ein Konkursverfahren beantragt.

Den Aktiva von rund 400.000 Euro stehen laut Gläubigerschutzverbänden „KSV1870“ und „Creditreform“ rund 21,4 Millionen Euro Passiva gegenüber. Berücksichtigt man die Sicherheiten, so sollen die Insolvenzverbindlichkeiten rund 14,5 Millionen Euro betragen.

Für uns ist es eine große Enttäuschung, dass es nicht gelungen ist, diesen Schritt zu schaffen.“ Eparella-Geschäfsführer Johann Binder

Die Zahl der Gläubiger betrage 166, darunter laut Creditreform auch 20 der 22 im Unternehmen beschäftigten Personen. Als Grund für die Insolvenz nannte die Eparella auch die Folgen des Coronavirus: Es sei zu „erheblichen Liquiditätsengpässen“ gekommen. „Unser Ziel war es, Investoren zu finden, die die Eparella weiter in eine gute Zukunft führen können. Durch die Coronakrise hat sich die Situation verschärft, und die Investoren, mit denen wir in Gesprächen waren, haben sich zurückgezogen“, erklärt Johann Binder, Geschäftsführer der Eparella und Vorstand der Ecoduna AG, im Gespräch mit der NÖN. „Für uns ist es eine große Enttäuschung, dass es nicht gelungen ist, diesen Schritt zu schaffen.“

Ob der Betrieb weitergeführt werden kann und wie es mit der Ecoduna AG nun nach dem Eparella-Konkurs weitergeht, dazu könne er nichts sagen. „Das hält nun der Masseverwalter in der Hand“, so Binder.

Der als Masseverwalter eingesetzte Wirtschaftsanwalt Nikolaus Vogt hatte am Montag eine erste Besprechung mit der Eparella-Führung. Dieser Tage soll ein Termin gemeinsam mit der Arbeiterkammer mit den Mitarbeitern stattfinden. Für konkrete Aussagen sei es daher noch zu früh. „Im Moment kann ich dazu noch gar nichts sagen“, erklärt Vogt auf NÖN-Anfrage.

Die Eparella produziert Mikroalgen-Biomasse, die im Nahrungsergänzungsmittelbereich, in der Lebensmittel-, Tierfutter- sowie Kosmetikindustrie zum Einsatz kommen. Die Algen wachsen in Bio-Photoreaktoren auf einer Fläche von einem Hektar.

Was 2005 als Idee von Martin Mohr und Franz Emminger entstand, wurde kontinuierlich weiterentwickelt. Der erste Forschungsreaktor der Ecoduna entstand 2012. Die erste industrielle Algenzucht-Anlage „Eparella“ wurde 2018 eröffnet, finanziert von überwiegend privaten Investoren, besonders dem Energiepark Bruck, sowie durch nationale und europäische Fördermittel.