Traditionswirt Schneider sperrt in Mannersdorf zu

Erstellt am 08. Dezember 2021 | 04:28
Lesezeit: 3 Min
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Mit Jahresende schließt das Gasthaus Jägerhof wegen des Pensionsantritts von Eigentümer Johann Schneider. Er sucht noch nach einem Käufer.
Foto: Nicole Frisch
Über 30 Jahre hat Johann Schneider das Wirtshaus in der Jägerzeile geführt. Für die Zukunft sucht er einen Käufer.
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 Als sein Wohnzimmer beschreibt Johann Schneider die Gastronomie. In dieser ist er aufgewachsen, in dieser geht er nun auch in Pension. Damit schließt mit Jahresende auch das Gasthaus Jägerhof, das Schneider im Jänner 1990 übernommen hat. „Ich war mit Leib und Seele Gastronom. Würde ich noch einmal auf die Welt kommen, würde ich sofort wieder in die Gastronomie gehen“, ist sich Schneider sicher. 

Große Abschiedsparty ist in Planung

Mit „99 Prozent positiver Erinnerung“ denkt Schneider an die vergangenen drei Jahrzehnte in Mannersdorf zurück. Er hat nicht nur seine Gäste in der Jägerzeile bewirtet und Caterings organisiert, im großen Saal wurden auch Veranstaltungen abgehalten. Die zahlreichen Bälle, angefangen vom Sportlerball über den Naturfreunde-Ball bis hin zum Lumpenball, sieht er als ein Highlight in der Geschichte des Jägerhofs. Auch an Hochzeiten erinnert er sich gerne zurück.

„In Glanzzeiten hatten wir bis zu 35 Hochzeiten im Jahr“, erzählt er. Dankbar ist er für die Zusammenarbeit mit den anderen Gastronomen in der Stadtgemeinde. „Wir haben nie gegeneinander gearbeitet, es gab eine gute Kommunikation und nie ein Konkurrenzdenken“, hält er fest. Aufgrund des Lockdowns können im Jägerhof aktuell nur Speisen abgeholt werden.

Dass er noch einmal Gäste vor Ort bewirten kann, glaubt Schneider nicht. Falls die Gastronomie aber noch im heurigen Jahr öffnen darf, wird er das tun. Auch eine große Abschiedsparty mit Konzert und Frühschoppen ist geplant, sobald die Maßnahmen der Regierung dies wieder zulassen. „Das lasse ich mir nicht nehmen“, betont Schneider.

„In Glanzzeiten hatten wir bis zu 35 Hochzeiten im Jahr“

Die Zukunft des Jägerhofs ist indes noch ungewiss. Innerhalb von sieben Monaten hat sich Schneider für seinen Pensionsantritt entschieden, für die Suche eines Nachfolgers war dies recht kurzfristig. Einige Interessenten gibt es laut ihm aber bereits. „Ich will, dass es als Wirtshaus weiterrennt, ich bin für die österreichische Lösung“, unterstreicht er. Die Zimmer- und Saalvermietung will er jedenfalls auch über den 31. Dezember hinaus weiter betreiben – solange, bis der Jägerhof einen Käufer gefunden hat.

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