Das war das Jahr 2020 im Bezirk Bruck. Diese Ereignisse bewegten die Menschen im Bezirk Bruck im Jahr 2020:

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 28. Dezember 2020 (05:00)
Bruck: Nach einem Einsatz auf der A4 stellt sich heraus, dass vier von fünf Schwerverletzten das Coronavirus in sich tragen. Sechs Einsatzkräfte der Brucker Feuerwehr müssen in Quarantäne, weil sie mit ihnen in Kontakt gekommen sind, darunter auch Kommandant Claus Wimmer. Die Feuerwehr bleibt aber einsatzbereit.
Einsatzdoku

Millionenprojekt am Bahnhof. Ein neues Joint Venture schließt die ÖBB mit den beiden Unternehmen „Logistics & Transport Europe“ (LTE) und Firma „Logistics & Transport Europe“ (LTE). Gemeinsam wird der Bau einer rund 1.000 Quadratmeter großen Halle am Gramatneusiedler Bahnhof angestrebt. Die Halle soll Platz für mehrere Lokomotiven bieten, an denen Routine-Service-Arbeiten durchgeführt werden. Der Baustart erfolgt im Oktober, der Bau soll Ende 2021 abgeschlossen sein und in Betrieb genommen wird die Halle Anfang 2022.

Siegerprojekt steht fest. Seit langem wartet die Gramatneusiedler Feuerwehr auf ein neues Feuerwehrhaus, denn das alte Gebäude ist sanierungsbedürftig und entspricht den Anforderungen nicht mehr. Im Juni stellen zwei Planer im Rahmen des Architektenwettbewerbs ihre Entwürfe vor, welches neben dem Friedhof an der Ortsausfahrt in Richtung Moosbrunn errichtet werden soll. Die Feuerwehrhaus-Jury entscheidet sich für das Büro „Delta Projektconsulting“ um Franz Besin aus Fischamend. Der Spatenstich könnte im Herbst 2021 stattfinden.

„Round Table“ statt Ausschüsse. In der konstituierenden Sitzung im Jänner einigen sich alle Gramatneusiedler Gemeinderatsfraktionen auf eine neue Form der Zusammenarbeit. Gemeint ist damit vor allem der neu geschaffene Bürgermeister-Round-Table, der in Zukunft alle Ausschüsse (außer Prüfungsausschuss) ersetzt. Bürgermeister Thomas Schwab (SPÖ) will damit alle Parteien aktiv in die Zukunftsgestaltung der Gemeinde einbinden und der Opposition die Möglichkeit bieten, deren Wünsche oder Anliegen zu äußern umso die Zusammenarbeit im Gemeinderat zu verbessern. Die neue Struktur wird in einem Parteiübereinkommen festgeschrieben und von allen Fraktionen unterschrieben.

Ende der Schutzzone. Zwei Jahre lang ist der gesamte Brucker Hauptplatz per Verordnung der Bezirkshauptmannschaft eine „Schutzzone“. Im Juni sprechen sich sowohl die Behörde selbst als auch Stadtgemeinde, Polizei, Volksschule und Jugendarbeit dafür aus, dass die Schutzzone keine weitere Verlängerung mehr erfahren soll. Die Szene am Hauptplatz habe sich beruhigt beziehungsweise verlagert.

Die Schutzzone am Brucker Hauptplatz ist seit Juni Geschichte.
Müller

Architekt gefunden. Im Frühjahr wird mittels eines Architekturwettbewerbs jener Architekt ermittelt, welcher den Um- und Zubau der Moosbrunner Volksschule planen wird. Die Vergabe fällt letztlich auf das Architektenbüro „a-plus“ aus Wien, die Architekten sind seitdem intensiv mit der Planung rund um die Volksschule beschäftigt. Von November 2020 bis April 2021 erfolgt die Ausführungs- und Detailplanung. Schüler und Lehrer müssen während der Bauarbeiten in das Feuerwehrhaus, in den Pfarrsaal und den Gemeinderatssitzungssaal ausweichen. Der Baustart wird im Juli 2021 erfolgen, im August 2022 sollen die Arbeiten fertiggestellt sein.

Studie gegen Verkehrsflut. Die Gemeinden Moosbrunn, Gramatneusiedl, Ebergassing, Reisenberg, Schwadorf und Mitterndorf wollen gemeinsam mit dem Land ein Bündel an Maßnahmen erarbeiten, die zu einer regionalen Verkehrsberuhigung beitragen sollen. Im Rahmen eines Zusammentreffens der sechs Gemeinden mit dem Land Niederösterreich einigt man sich schließlich auf die Erarbeitung eines Verkehrkonzeptes bis Ende 2021. Ziel der Studie ist es so früh wie möglich zu handeln, um in den kommenden Jahren die Verkehrsströme auf den Straßen L150, L156 und B60 zu beruhigen, umso die Gemeinden zu entlasten.

Baustart für Seniorenzentrum. Nach Abschluss der archäologischen Grabungen, die im Sommer und Herbst auf dem Grundstück für das neue Seniorenzentrum im Gange waren, ist es im November soweit: In Fischamend wird mit dem Bau des neuen „Dr. Krepp-Haus für Senioren“ an der Hainburger Straße begonnen – ein Jahr nach der Präsentation der Pläne im Volksheim. Die Fertigstellung sei im ersten oder zweiten Quartal 2022 geplant. Das neue Seniorenzentrum wird über 75 Betten sowie fünf Tagesbetreuungsplätze verfügen.

Schlepper in Haslau erwischt. Ende September werden zehn syrische Staatsbürger von einer Streife der Polizeiinspektion Regelsbrunn an der B9 sowie in Maria Ellend aufgegriffen. Im Zuge einer Fahndung werden die Polizisten auf ein rumänisches Sattelkraftfahrzeug aufmerksam, das in Haslau beim Bahnhof abgestellt ist. Der Lenker wird wegen Verdachts der Schlepperei festgenommen. Er kommt vor Gericht und das rechtskräftige Urteil lautet auf zwei Jahre unbedingte Freiheitsstrafe.

Gutschein für Gemeinde. Wer nach einer Geschenkidee sucht, dem bietet die Gemeinde Höflein ab September eine neue Option: Den Höflein-Gutschein. Diesen kann man bei den verschiedensten Unternehmen im Ort einlösen. Die Idee dafür stammt von Daniela Raser, die damit an VP-Bürgermeister Otto Auer herangetreten ist. Alles Organisatorische diesbezüglich wird über die Gemeinde abgewickelt – einerseits kann man dort den Gutschein kaufen, anderseits können die Betriebe die eingelösten Gutscheine hinbringen und ihr Geld dafür abholen.

Brücke wird erneuert. In Göttlesbrunn wird in den Sommermonaten die Brücke, die gegenüber der Firma Schuh die Straße „Am Graben“ und die Landstraße miteinander verbindet, erneuert. Da die alte Brücke schon baufällig ist, muss sie abgerissen und durch eine neue Fertigteilbrücke ersetzt werden. Die neue Brücke ist für eine Lebensdauer von 60 Jahren ausgelegt und hat eine Traglast von 60 Tonnen. Der Kostenpunkt liegt bei circa 250.000 Euro, rund ein Drittel wird vom Land gefördert.

Wasserkaserne wird Kindergarten. Die Sparkasse Hainburg Privatstiftung stellt im Oktober ein großes Bauprojekt im Hainburg vor: Die Sanierung der „Wasserkaserne“ in Hainburg. Das historische Gebäude wird nach Plänen des Wiener Architekten Reinhardt Gallister bis 2022 renoviert und erweitert werden. Vier Gruppen des Kindergartens in der Alten Poststraße werden dorthin umziehen, eine weitere Gruppe soll im renovierten Altbau betreut werden. Im November wird mit dem Umbau begonnen, die Kosten für das Projekt betragen rund 5,6 Millionen Euro.

Autorenrunde feiert 30er. Die Autorenrunde Hainburg feiert ihre Gründung vor 30 Jahren. Sie ist ein Zusammenschluss regionaler Schriftsteller und veranstaltet jährlich mehrere Lesungen. Wegen der Coronakrise finden die Lesungen und die Präsentation des Jubiläumsbandes online statt.

Topwertung für Spitzerberg-Wein. Ein Blaufränkisch Jahrgang 2017 von Winzerin Dorli Muhr aus Prellenkirchen wird mit 94 Punkten im Fachmagazin „Wine Spectator“ auf Platz eins gereiht. Das ist die beste Bewertung, die je ein österreichischer Rotwein in der renommierten Fachzeitschrift erhalten hat.

Orgel wird renoviert. Die Orgel in der Pfarrkirche Prellenkirchen wird renoviert. Das historisch wertvolle Instrument aus dem Jahr 1858 wird komplett zerlegt und in die Werkstatt des Orgelbauers abtransportiert. Während der Bekämpfung von Schädlingen wie Holzwurm und Hausbock ist die Kirche im Juli für neun Tage gesperrt. Die Orgel soll 2021 wieder erklingen.

Zwickelstorfer tritt nicht mehr an. Der dienstälteste Ortschef des Bezirks, Scharndorfs Bürgermeister Hubert Zwickelstorfer (VP), tritt nach über 25 Jahren im Amt nicht mehr bei den Gemeinderatswahlen im Jänner an. Zu seinem Nachfolger wird Amtsleiter Leopold Zwickelstorfer (VP) gewählt.

Generationenhaus von Mietern bezogen. In Berg wird das Generationenhaus fertiggestellt und sechzehn geförderte Wohnungen den Mietern übergeben. Die gesamte Wohnanlage ist barrierefrei. Zusätzlich wird ein öffentlicher Parkplatz mit einer Strom-Tankstelle angelegt.

Kurort wächst weiter. In der Wienerstraße 19 und 21 in Bad Deutsch-Altenburg werden 35 Wohnungen fertiggestellt und den Mietern übergeben. Bürgermeister Hans Wallowitsch (SP) kündigt an, dass der Kurort weiter an Einwohnern zulegen möchte.

Amtsleiter im Ruhestand. Anfang Mai tritt der Rohrauer Amtsleiter Josef Rössler nach 43-jähriger Dienstzeit seinen Ruhestand an. In seine Amtszeit fällt der Aufbau einer modernen Verwaltung der Marktgemeinde. Sein Nachfolger ist Andreas Rössler.

Feste fallen aus. In Petronell-Carnuntum müssen coronabedingt sowohl das Römerfestival in Carnuntum als auch das im Vorjahr erfolgreiche „Erlebnis Petronell-Carnuntum“ im Schloss Petronell mit Kulturschaffenden und Vereinen aus der Region abgesagt werden. Die Großveranstaltungen sollen 2021 wieder stattfinden.

Energieerzeugung. Ökostrom für 125 Haushalte soll ab dem kommenden Jahr in Trautmannsdorf erzeugt werden. Dafür errichtet der Energiepark Bruck derzeit ein Kleinwasserkraftwerk bei der Wehrschwelle im Mühlbach. Seit Jahren läuft das Wasser ungenutzt über diese Schwelle, nun soll diese für die Energieerzeugung nutzbar gemacht werden.

Buchhandlung sperrt zu. Anfang März schließt die Brucker Buchhandlung nach 15 Jahren ihre Pforten. Buchhändler Alois Riegler zieht eine düstere Bilanz: „Ich weiß nicht, wo die Leute ihre Bücher bestellen, jedenfalls nicht mehr in der Buchhandlung.“ Damit verliert die Stadt nicht nur ihre einzige Buchhandlung, sondern auch einen Treffpunkt für Literaturfreunde. Riegler hatte immer wieder prominenten Schriftsteller für Lesungen zu Gast.

Antiker Friedhof freigelegt. Bei Grabungsarbeiten neben der A4 zwischen Bruckneudorf und Parndorf, wo ab 2023 die Autobahn dreispurig ausgebaut werden soll, werden 114 antike Gräber aus dem 3. und 4. Jahrhundert freigelegt. Ein Drittel der Gräber ist unversehrt. Neben Skeletten werden darin auch historisch wertvolle Grabbeigaben wie Vasen, Münzen und Keramiken gefunden, die nun vom Bundesdenkmalamt gesichert und untersucht werden.

Rausschmiss in der ÖVP. Erich Hempfling, Ehrenobmann der ÖVP Maria Lanzendorf, erlaubt sich – nicht zum ersten Mal – eine Entgleisung auf Facebook. Der 72-Jährige bezeichnet in einem Posting mit Corona-Bezug die „F-ler“ – gemeint sind Mitglieder der FPÖ – als „Wahnsinnige“ und schreibt weiter: „Hoffentlich erwischt es viele von diesem Gesindel“. Die Partei stellt daraufhin Hempflings Mitgliedschaft ruhend, in weiterer Folge erfolgt durch den Seniorenbund der Parteiausschluss.

„Music against Corona“. Während des ersten Lockdowns ereignet sich in Lanzendorf und Maria Lanzendorf Erstaunliches. Mit einem Pritschenwagen und darauf installierter DJ-Anlage sorgen Patrick Leiner alias „Village DJ“ und Fahrer Peter Hanzlik in den Gassen für Abwechslung und Fröhlichkeit unter der „eingesperrten“ Bevölkerung. Ob Italo-Hits, Austro-Pop oder Oldies – Leiners Aktion sorgt für gute Stimmung, fröhliche Gesichter, Tanzeinlagen in den Gärten und erlangt über die beiden Dörfer hinaus Bekanntheit.

Die Gemeinde wächst. Die Gemeindegrenze zwischen Maria Lanzendorf und Leopoldsdorf wird im Bereich Wiener Straße/Industriestraße verrückt. Eine Fläche von rund 41.000 m2 gehört nun zu Maria Lanzendorf. Einer der Hintergründe: Die durch den (Schwer-)Verkehr stark frequentierte Wiener Straße bis hin zur Einmündung in den Kreisverkehr liegt jetzt gänzlich auf Maria Lanzendorfer Gemeindegebiet und kann deshalb als Gemeindestraße in absehbarer Zeit durch die Gemeinde Maria Lanzendorf verkehrsberuhigt werden.

Neuer Kindergarten. In der Franz-Huber-Gasse in Schwadorf erfolgt der Spatenstich des neuen Kindergartens. Das 1,3 Millionen Euro teure Projekt, geplant von David Krestan, verfügt über eine fünfte Kindergartengruppe, eine Tagesbetreuungsstätte für Kinder bis drei Jahre sowie einen Bewegungsraum und Nebenräume. Das Grundstück gehört der Genossenschaft „Neue Heimat“, die ein Baurecht an die Gemeinde vergab. Der Bau verzögert sich aufgrund der Coronakrise. Der Termin der Fertigstellung, im Sommer 2021, steht aber noch.

Hohe Bonität. Das Gemeindemagazin „Public“ nimmt in Zusammenarbeit mit dem Zentrum der Verwaltungsforschung (KDZ) die Finanzdaten aller österreichischen Gemeinden unter die Lupe. Bei der Bonitätsbewertung, die sich aus den Ergebnissen der Ertragskraft, der Verschuldung, der finanziellen Leistungsfähigkeit und der Eigenfinanzierungskraft ergibt, ist Schwadorf im Bezirk mit der Note 1,22 die Nummer eins. Österreichweit findet sich die Gemeinde auf Platz 30 wieder.

„Jahr der Eröffnungen“. Die Gemeinde Kleinneusiedl feiert das „Jahr der Eröffnungen“. Drei Bauvorhaben werden finalisiert. Am Sportplatzweg wird die neue Wohnhausanlage samt integriertem Kindergarten, errichtet von der Baugenossenschaft Mödling, eröffnet. Die Feuerwehr erhält ein neues Dach und eine neue Waschbox. Der Fußballverein ASK Kleinneusiedl modernisiert seinen Platz und baut unter anderem neue Schiedsrichter- und Spielerkabinen sowie Sanitäranlagen samt Behinderten-WC.

Pfarrhof wird saniert. Gemeinsam mit der Gemeinde und der Erzdiözese Wien investiert die Pfarre Rauchenwarth 300.000 Euro in die umfassende Sanierung des baufälligen Pfarrhofes, der nach einem Wasserschaden längere Zeit leer stand. Wände und Decke werden abgerissen und im ersten Stock entstehen Räumlichkeiten, die für ein Jugendzentrum genutzt werden sollen. Die Gemeinde erhält für die Räume im Obergeschoss sowie für Teilflächen im Garten ein Nutzungsrecht und übernimmt dafür einen Teil der Betriebskosten.

Bürgerumfrage. Die Firma „Gebrüder Haider“ plant, den Baxa-Steinbruch in Mannersdorf um rund 1,4 Hektar zu erweitern. Dadurch soll der Abbau von Dolomit bis zum Ende des Abbauvertrags im Jahr 2028 gesichert sein. Für die Erweiterung wird jedoch Gemeindegrund benötigt. Bevor der Gemeinderat eine Entscheidung trifft, fragt er die Bürger nach ihrer Meinung. 65,1 Prozent stimmen gegen die Erweiterung, die Beteiligung liegt bei 56,5 Prozent. Der Gemeinderat hält sich an das Votum und lehnt die Erweiterung des Baxa-Steinbruchs einstimmig ab.

Militärhund erschnüffelt Covid. Im Militärhundezentrum Kaisersteinbruch wird im Sommer in Zusammenarbeit mit Forschern des deutschen Max-Planck-Instituts ein aufsehenerregendes Forschungsprojekt gestartet. Eine belgische Schäferhündin wird darauf trainiert, mit Covid 19-Viren versehene Nasen-Mund-Schutzmasken zu identifizieren. Anfang Dezember wird das erfolgreiche Projekt im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt.

Was passierte im Jahr 2020 noch im Bezirk Bruck:

Mehr über die Auswirkungen der Coronakrise auf die Region, den Startschuss für das neue Ortszentrum in Bruckneudorf, das umstrittene Deponie-Projekt "Kalter Berg", den neuen Direktor des Landesklinikums, die Revitalisierung der "Burg", den Verkauf des Multiversums, den Chartserfolg von Tina Naderer sowie die neue Unterführung auf der B11 lest ihr in der Printausgabe der Brucker und Schwechater NÖN und im ePaper vom 30. Dezember 2020.