Pilotprojekt: Hunde als Spürnasen für Covid-19

Militärhunde wurden darauf trainiert, Coronaviren zu erschnüffeln. Nun liegen die Versuchsergebnisse aus Kaisersteinbruch vor.

Erstellt am 13. November 2021 | 05:57
Hunde als Spürnasen für Covid-19
Hundeführer Klaus Fallmann mit Spürhündin „Fantasy Forever“, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Militärhundezentrum-Kommandant Otto Koppitsch und Veterinär Michael Kreiner.
Foto: Bundesheer/Carina Karlovits

Seit wenigen Tagen liegt der Bericht des Verteidigungsministeriums über die „Ausbildung von Spürhunden auf Covid-19“ vor. Wie die NÖN berichtete, wurde im Sommer 2020 im Militärhundezentrum ein Projekt gestartet, ob Spürhunde auch in der Lage sind, Coronaviren aufzuspüren. 

Das Ergebnis des wissenschaftlich begleiteten Versuchs: „Die Kernfrage des Erprobungsauftrages ‚Können Hunde Covid-19 Infektionen anzeigen‘ kann eindeutig mit Ja beantwortet werden.“ Allerdings mit einigen wesentlichen Einschränkungen. Zum einen beruht das Ergebnis nur auf zwei speziell ausgebildeten Corona-Spürhunden. Diese hatten im Rahmen des Projektes rund 3.000 (positive wie negative) Proben abgeschnüffelt. Die Erfolgsrate bei positiven Proben lag bei etwa 80 Prozent.

Zum anderen war „der einzige verlässliche Geruchsträger, den der Hund sicher anzeigte, Masken, die zwischen fünf und zehn Minuten beatmet und behustet wurden“, heißt es in dem Bericht. Bei Geruchsträgern wie Blut, Schweiß, Urin oder Speichel war der Versuch hingegen „nicht überzeugend“. Und bei Temperaturen unter zehn Grad wurden Fehlanzeigen häufiger. 

Einsätze bei Flugzeugen, Seniorenheimen oder Kindergärten möglich

Trotz dieser Einschränkungen gäbe es laut Erprobungsbericht lohnenswerte Einsatzmöglichkeiten für Covid-Spürhunde. Vorstellbar seien etwa „Schwergewichtseinsätze zur Überwachung geschlossener überschaubarer Gruppen“ wie in Flugzeugen, Seniorenheimen oder Kindergärten. Ein derartiges Pilotprojekt ist in der deutschen Stadt Leipzig angedacht. Derartige Einsätze werden aber nicht über das Bundesheer abgewickelt, sondern müssen bei Bedarf durch die jeweiligen Gemeinden organisiert werden.

Abschließend wird in dem Bericht festgehalten: „Ein flächendeckender militärisch nutzbarer Einsatz ist aufgrund der erforderlichen Hundeanzahl in Österreich unrealistisch.“