Wirbel um Wahl des Feuerwehr-Chefs

Erstellt am 20. Juli 2022 | 05:51
Lesezeit: 3 Min
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Ronald Urban ist wieder Kommandant der Feuerwehr.
Foto: privat
In Kaisersteinbruch stand wegen interner Querelen sogar schon die Auflösung der Feuerwehr im Raum. Nun ist wieder Ronald Urban Kommandant.
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Vor einigen Tagen fand in Kaisersteinbruch eine außerordentliche Sitzung statt, da es in der 65 Mann starken Freiwilligen Feuerwehr des Ortes kräftig rumort. Zur Disposition stand auch die Wahl eines neuen Kommandanten-Duos, nachdem das bisherige die Flinte ins Korn geworfen hatte. Kommandant Roman Kurtz und sein Stellvertreter Manuel Garster, die erst im Jänner des Vorjahres gewählt worden waren, hatten aufgrund der internen Querelen das Handtuch geworfen.

Zu den lediglich 25 anwesenden Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr hatten sich auch Bezirksfeuerwehrkommandant Anton Kandelsdorfer und der Bruckneudorfer Bürgermeister Gerhard Dreiszker (SPÖ) gesellt. 

Probleme gab es schon länger: eine Mischung aus Differenzen zwischen den Generationen und der Einstellung mancher Mitglieder zu ihrem unverzichtbaren, jedoch freiwilligen Dienst an der Gesellschaft.

Die Unstimmigkeiten gingen sogar so weit, dass die Anwesenden sogar vor die Wahl gestellt wurden, sich entweder auf einen neuen Kommandanten zu einigen oder die Freiwillige Feuerwehr Kaisersteinbruch würde überhaupt aufgelöst und in Zukunft lediglich als eigenständiger Löschzug der Bruckneudorfer KameradInnen dienen. Die Konsequenzen daraus wären allerdings der Verlust von gut zwei Löschfahrzeugen und vor allem der Entgang von Förderungen seitens des Landes gewesen.

Daraufhin besonnen sich die Wahlberechtigten und wählten einen neuen Kommandanten samt Stellvertreter, doch bei der anonymen Wahl zeigte sich, wie tief gespalten die KameradInnen intern eigentlich sind: Mit einem denkbar knappen Ergebnis von 13 von 25 Stimmen, wurde das langjährige Mitglied Ronald Urban zum Kommandanten gewählt. Dieser hatte die Funktion bereits bis 2020 inne.

Sein Stellvertreter Raffael Zanger erhielt überhaupt so wenig Stimmen, dass er von Urban nur provisorisch eingesetzt werden konnte. Die restlichen Stimmzettel beruhten bei beiden auf Enthaltungen bzw. ungültigen Wahlkarten. Ein Umstand, den die anwesenden Vertreter der Bezirkskommandantur und der Gemeinde nicht nachvollziehen konnten, denn Urbans Opponenten hatten keinen eigenen Kandidaten aufgestellt.

Wie es nun weitergehen wird, wird sich zeigen. Neo-Kommandant Urban ist zwar etwas frustriert, bleibt aber dennoch optimistisch: „Ich werde sobald wie möglich eine weitere Sitzung einberufen und dort versuchen, die Wogen zu glätten. Persönliche Eitelkeiten haben bei einer Freiwilligen Feuerwehr nichts verloren, denn im Vordergrund sollte der Dienst an den Bürgern stehen.“

Urban genießt die volle Unterstützung seitens der Großgemeinde, der Bezirkskommandantur und der KameradInnen aus Bruckneudorf, die Zukunft wird zeigen, ob er seine eigenen Leute auch hinter sich vereinen wird können.

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