Sturzbach durch Ort. In Wolfsthal trat Löschteich über die Ufer, eine Flutwelle war die Folge.

Von Josef Rittler und Michaela Holy. Erstellt am 16. September 2014 (16:09)
Am Morgen danach: Brigitte Unger zeigt auf ein Bächlein, das ebenfalls über die Ufer getreten war.
NOEN, Werner Landman

Der starke Regen der letzten Tage hielt die Einsatzkräfte des Bezirks und besonders die Feuerwehren auf Trab. In den Gemeinden Enzersdorf, Trautmannsdorf, Sommerein, Götzendorf, Bruck, Pachfurth und Hundsheim wurden die Kameraden immer wieder zu Hilfe gerufen, da plötzlich Keller unter Wasser standen.

In Hainburg mussten eine Baugrube auf dem Gelände des ehemaligen GÜPL und der Parkplatz beim Einkaufszentrum im Westen der Stadt trockengelegt werden.

Wohnhäuser unter Wasser gesetzt

Der erste Notruf erreichte die Alarmzentrale der Feuerwehr gegen 1.50 Uhr. Eine Anrainerin des Gewässers meldete, dass ihr Schwimmbecken überflutet sei. In den folgenden Minuten gingen weitere Notrufe bei der Feuerwehr ein, den Anrufern zufolge stand das Wasser in ihren Kellern bis zu einem dreiviertel Meter hoch.

Das Wasser bahnte sich wie ein veritabler Sturzbach seinen Weg durch kleine Gräben in der Ortschaft, die ebenfalls binnen weniger Minuten überliefen. Manche Hausbesitzer schliefen so tief, dass sie gar nicht bemerkten, dass ihre Häuser überflutet wurden, sie wurden von der Feuerwehr geweckt.

Betroffen war auch der Keller des Hauses des Tennisvereins. Ein normalerweise friedliches Bächlein, das vom Löschteich wegführt, hatte sein Bett verlassen und Garten und Keller geflutet. „Zum Glück blieben die gleich daneben liegenden Tennisplätze verschont“, erzählt Brigitte Unger, Obfrau des Tennisvereins. Den ganzen Sonntag und noch Montag in der Früh waren Feuerwehren aus der Region mit etwa 150 Mann im Einsatz.

Auffangbecken war eingebrochen

„Mit sechs Großpumpen, die jede 15.000 Liter in der Minute schaffen und einer Pumpe des Typs SPA900 aus Laa/Thaya haben wir den Wasserspiegel des Teiches unter das übliche Maß gesenkt“, erläutert der Einsatzleiter, Abschnittskommandant Christian Edlinger. Zusätzlich wurden sieben Tragkraftspritzen eingesetzt. Die Kameraden hätten weiters über 1.000 Sandsäcke befüllt, um gegen weitere Vorfälle gewappnet zu sein.

Ursache für das Übergehen des Löschteichs: Ein dahinter liegendes Auffangbecken war eingebrochen und flutete den Teich. Während des Abpumpens mussten die Schnellbahnlinie S7, die Bundesstraße 9 und regionale Straßen gesperrt werden. „Dank der hervorragenden Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte, der Kameraden von der Feuerwehr, der Polizei und den Vertretern von Bezirkshauptmannschaft und ÖBB konnte größerer Schaden abgewendet werden“, resümiert Einsatzleiter Edlinger.

Schlaflose Nächte hatten die Überflutungen auch VP-Bürgermeister Gerhard Schödinger beschert. Er will nun alles daran setzen, etwas Derartiges in Zukunft zu verhindern. Erste Besprechungen mit der BH sind schon anberaumt. „Vielleicht können wir Retensionsbereiche weiter oben im Wald schaffen“, so Schödinger.