Hainburg: Aufregung um überfüllte Busse. Überfüllte Busse und Lenker, die keine Schutzmasken tragen, führten zu Aufschrei der Mutter eines Schülers.

Von Josef Rittler. Erstellt am 07. Oktober 2020 (05:56)
Seit Montag ist ein zusätzlicher Bus auf der Strecke zwischen Bruck und Hainburg unterwegs.
Rittler

In einer Beschwerde-Mail an den Verkehrsverbund Ostregion machte eine Hainburgerin (Name der Redaktion bekannt) ihrem Ärger Luft. Der 14-jährige Sohn der Frau ist HAK-Schüler in Bruck und fährt jeden Tag mit dem Bus.

„Die Anzahl der Busse zu Stoßzeiten ist eine Frechheit! Wie kann es sein, dass während Corona nur ein Bus zur Verfügung gestellt wird? Der ist noch dazu überfüllt, die Chauffeure überwachen die Maskenpflicht auch nicht“, schreibt die Hainburgerin. Als sich ein Kind im Bus übergeben hatte, wäre es vom Fahrer angewiesen worden, das Erbrochene selbst wegzuwischen. „Wir Eltern zahlen für eine Dienstleistung, die absolut unzumutbar ist. Leider ist die Situation nicht neu und es gab schon unzählige Beschwerden, allerdings fühlt sich niemand zuständig und verantwortlich“, sagt die Frau.

„Es geht doch um die Sicherheit der Kinder“

Am Tonband höre man von Maskenpflicht und Mindestabstand, wie solle man das umsetzen, wenn der Bus komplett überfüllt sei und selbst das Personal sich nicht an die Maskenpflicht halte.

Die Hainburgerin wandte sich an das Verkehrsunternehmen mit dem Ersuchen, dass wenigstens während der Corona-Maßnahmen weitere Busse zu Stoßzeiten bereitgestellt würden. „Es geht doch um unser aller Sicherheit, besonders aber die unserer Kinder.“

Tatsächlich kam nach geraumer Zeit eine Antwort vom Kundenservice des Verkehrsverbundes, dass es ab dieser Woche einen zusätzlichen Bus auf der Linie 275 geben wird. Der neue Kurs 148 fahre zunächst zum Bahnhof Bruck und dann weiter nach Hainburg. Der Abstand könne gewahrt werden, für alle Passagiere stünden genügend Sitze zur Verfügung.

„In der Antwort wurde allerdings nicht zu den Punkten der Maskenpflicht für Chauffeur und Fahrgäste sowie dem Vorfall mit dem Kind, dem übel geworden war, Stellung genommen“, sagt die besorgte Mutter.

Beim VOR berief man sich angesichts der Beschwerde auf die Rechtslage. „Grundsätzlich gilt die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für das Fahrpersonal nur eingeschränkt. In der geltenden COVID-19-Verordnung ist festgehalten, dass am Arbeitsplatz – in diesem Fall Lenkerplatz – keine ,Maskenpflicht‘ besteht, sofern der Sicherheitsabstand von einem Meter eingehalten werden kann und kein direkter Kundenkontakt vorliegt.“ Demzufolge müssten Lenker während der Fahrt keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, sehr wohl jedoch im Zuge des Ticketverkaufs oder der Fahrscheinkontrolle und beim Verlassen des Lenkerplatzes. „Ist der Lenkerplatz baulich abgetrennt, zum Beispiel mit Plexiglasscheibe, ist ebenfalls kein Mund-Nasen-Schutz erforderlich“, heißt es weiter.

Personal kann Masken nicht kontrollieren

Was die Fahrgäste betreffe, sei gemäß COVID-19-Verordnung das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtend. „Leider verfügt das Personal der Verkehrsunternehmen nicht über die Befugnis, Fahrgäste ohne Maske von der Beförderung auszuschließen. Dafür wäre eine Adaptierung der Beförderungsbedingungen erforderlich“. Die sei aber noch nicht erfolgt. Die Überprüfung der Einhaltung der Maskenpflicht obliege daher ausschließlich der Polizei. Der Handlungsspielraum des VOR, dessen Partner und des Personals beschränke sich darauf, auf die Maskenpflicht hinzuweisen, zum Beispiel durch Aushänge oder Durchsagen, speziell im Anlassfall.

Obwohl der Vorfall mit dem Kind, das sich übergeben musste, noch der Aufklärung harrt, ist die Hainburgerin vorsichtig optimistisch: „Vielleicht wird es ja doch etwas mit der Verbesserung.“ Andernfalls werde sie ihren Sohn, wie viele andere Eltern, wohl öfter mit dem Auto in die Schule fahren.