Augenmaß ist hier gefragt. Susanne Müller über das leidige Thema „sprengelfremder Schulbesuch“.

Von Susanne Müller. Erstellt am 04. Mai 2017 (04:46)

Die Sprengel-Einteilung bei den Pflichtschulen ist ein leidiges Thema, das regelmäßig für Unmut sorgt. Schließlich kommt es nicht selten vor, dass Eltern ihre Kinder lieber in eine andere Schule schicken würden als jene, die ihrem Wohnsitz zugeteilt ist. Unterm Strich ist der „sprengelfremde Schulbesuch“ für die Gemeinden eine kostspielige Angelegenheit. Solange es keine Änderung dieser Regelung gibt, ist es also verständlich, wenn Gemeinden dabei auf die Bremse steigen.

Allerdings ist auch nachvollziehbar, dass Eltern nur das Beste für ihre Kinder wollen und sich deshalb die Schule aussuchen möchten, in der ihre Sprösslinge ausgebildet werden. Wenn die Sprengelschule, wie im Fall eines Bad Deutsch Altenburgers, noch dazu mit öffentlichen Verkehrsmitteln unerreichbar ist, hört sich das Verständnis für die starre Ablehnung der Gemeinde gänzlich auf. Denn auch wenn man sich grundsätzlich auf eine Vorgangsweise geeinigt hat, muss man in Sonderfällen in der Lage sein, Entscheidungen mit Hausverstand und Augenmaß zu treffen.