Flughafen-Spange: Bahnbau wirft Schatten voraus

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 05:50
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Für die neue Bahnverbindung werden schon Bodenuntersuchungen durchgeführt.
Foto: NÖN
Im Projektgebiet für die Flughafen-Spange wurde mit Probebohrungen begonnen. Baubeginn ist für 2025 angepeilt.. Zusätzlicher Halt westlich von Bruck wird geprüft.

Die ersten Vorarbeiten für die neue ÖBB-Flughafenspange finden bereits statt. Als Vorbereitung für die zwei zusätzlichen Gleise, die dafür errichtet werden sollen, finden derzeit Probebohrungen zur Bodenerkundung im Projektgebiet – so auch in Bruck – statt. Diese Arbeiten werden voraussichtlich noch bis Anfang 2022 laufen. Ein Baubeginn für die Spange wird für 2025 angepeilt.

Als Anrainer und jemand, der sich gegen die Belastungen vor allem durch den Güterverkehr stark macht, fordert Hotelier Josef Rumpler daher begleitende Maßnahmen, vor allem Erschütterungsmessungen und Schallmessungen. „Wenn man im Bett liegt, glaubt man, ein Erdbeben findet statt. Dies führt dazu, dass man in der Nacht wachgerüttelt wird, was nachweislich zu Gesundheitsstörungen führt“, betont Rumpler.

Untersuchungen zu Lärm und Erschütterung

Vonseiten der ÖBB wird versichert: „Wie bei allen Streckenneubauten werden auch bei der Flughafenspange die Bereiche Lärm und Erschütterung untersucht und entsprechend den Ergebnissen gemäß dem letzten Stand der Technik geplant.“

Sämtliche Vorsprachen diesbezüglich bei Bürgermeister Gerhard Weil (SPÖ) seien jedoch abgewiesen worden. Auch Informationen seien keine zu bekommen, weil sich der Stadtchef in den Verhandlungen mit den ÖBB zu Stillschweigen verpflichtet habe. „Dies bedeutet, dass die Bevölkerung absichtlich und vorsätzlich von der Mitgestaltung ausgeschlossen wird“, kritisiert Rumpler.

Und er bezieht sich auch auf Weils Aussagen, dass im Westen der Stadt ein zusätzlicher Bahnhof für die Spange geplant sei. Die ist zumindest noch nicht vom Tisch, wie ÖBB-Pressesprecher Daniel Pinka auf NÖN-Anfrage erklärt: „Die mögliche Errichtung eines zusätzlichen Haltes westlich von Bruck an der Leitha wird derzeit im Rahmen der UVP-Planung untersucht.“

Für Rumpler ist die Idee eines zusätzlichen Bahnhofs nicht nachvollziehbar: „Mit Steuergeldern muss sorgfältig umgegangen werden und eine Errichtung eines zusätzlichen Bahnhofes würde einer Prüfung durch den Rechnungshof nicht standhalten“, ist er überzeugt.

Bürgermeister Weil betont, dass die Entscheidung darüber ohnehin nicht die Stadt treffe. Und für das Thema Lärmmessungen sei es derzeit einfach noch zu früh. „Der Runde Tisch ist dazu da, einen Korridor zu finden, mit dem alle Gemeinden leben können. Der Lärmschutz wird aber auf jeden Fall besser, als der, der vor 20 Jahren montiert wurde.“

Stadt verträgt keinen zusätzlichen Verkehr

Die Bevölkerung werde informiert, wenn es neue Ergebnisse gibt. Dass es im letzten Jahr eher ruhig geworden war, sei auch Corona geschuldet. Er habe aber jedenfalls den Wunsch der Stadt deponiert: „Es soll künftig nicht mehr Verkehr durch die Stadt führen, denn wir vertragen keinen zusätzlichen Verkehr mehr“, verweist Weil darauf, dass schon jetzt die Blechlawine durch die Stadt rollt, wenn abends mehrere Züge ankommen.

Und, man müsse auch einkalkulieren, dass mit der Spange ein Bahnanschluss zu einem Gebiet errichtet wird, in dem zigtausende Menschen arbeiten. „Von den Fluggästen ganz abgesehen“, so Weil. Da brauche es noch Überlegungen für den Anschluss vor Ort.