Der Griff in die Trickkiste

Über die 2. Klasse Ost

Erstellt am 07. Oktober 2020 | 01:45
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So kurios die Tormanngeschichte beim SC Höflein oder beim SC Rohrau (siehe S. 70) auch ist: Sie offenbart ein Planungs-Dilemma im Amateurfußball.

Einen Kader zu basteln ist ein Eiertanz zwischen Einsergarnitur und einem Backup. Profiteams sichern sich drei- und vierfach für Positionen ab. Sollte ein Spieler verletzt ausfallen, gibt es Alternativen. Im fußballerischen Unterhaus ist es schwierig, sich mehrfach abzusichern. Das würde das Budget um ein Vielfaches sprengen. Und zum anderen ist es kein Geheimnis, dass Kicker nicht gerne zweite Wahl sind. Das gilt für die Tormannposition umso mehr, denn die Nummer zwei kommt im Regelfall nur dann zum Einsatz, wenn der Einser verletzt ist. Deswegen ist es oft so schwierig für unsere Vereine, eine einheimische Nummer zwei zu motivieren geschweige denn einen externen Notnagel ins Team zu holen.

Und genau deswegen ist es keine Seltenheit, dass ein Verein plötzlich ohne Keeper dasteht. Rohrau musste Alteisen Filip Mikoczi ausgraben. Höflein schickte Ex-Goalgetter Sascha Schulz zwischen die Pfosten. Das Positive dabei: Der Fußball bekommt durch diese Griffe in die Trickkiste eine zusätzliche Brisanz . Nur die strapazierten Nerven der beteiligten Sportlichen Leiter und Trainer möchte wohl keiner haben.