Ohne Rücksicht auf Verluste. Susanne Müller über den Bürgermeister-Wechsel in Petronell-Carnuntum.

Von Susanne Müller. Erstellt am 10. Mai 2017 (05:33)

Die Bürgermeister-Ära von Ingrid Scheumbauer in Petronell-Carnuntum konnte man die gesamten 14 Jahre lang getrost als unspektakulär bezeichnen. Lediglich der Abgang der ÖVP-Ortschefin sorgte nun für gehörige Wellen in der Gemeinde.

Jetzt sind die Karten in der Gemeinde mitten in der Gemeinderats-Periode neu gemischt. Die SP stellt den Bürgermeister und hat sich dafür auf eine Koalition mit der FPÖ eingelassen. Die ÖVP wird wohl noch eine Weile damit beschäftigt sein, ihre Wunden zu lecken. Offenbar hat Scheumbauer auch die eigene Partei mit ihrem plötzlichen Rückzug kalt erwischt. Vorbereitung oder geordnete Übergabe gab es keine, folglich auch erst nach einer Nachdenkphase einen Kandidaten für das Bürgermeister-Amt. Das allein wäre schon schlimm genug. Bei einem Mandatsstand, wie er in Petronell vorliegt, ist es aber geradezu frevelhaft. Neun zu neun zwischen SPÖ und ÖVP mit der FPÖ als Zünglein an der Waage ist eine Konstellation, bei der keine Partei eine Bürgermeister-Wahl dem Zufall überlassen sollte, wenn sie nicht sehenden Auges ins Verderben laufen will.