Au/Hof: Spekulationen um neue Windräder

In Au und Hof wäre Platz für weitere Windräder. Gemeinden halten sich bedeckt und wollen erst die Bürger befragen.

Erstellt am 20. Januar 2021 | 05:55
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Der Windpark Au: Hier wäre noch Platz für drei weitere Windräder. Die Entscheidung darüber liegt, wie bei den Nachbarn in Hof, bei der Gemeinde.
Foto: EVN

Am Mittwoch vergangener Woche präsentierten Vertreter der EVN dem Gemeindevorstand in Au ein Szenario für die Erweiterung des Windparks. Drei weitere Windräder könnten auf Gemeindegebiet noch errichtet werden. Der Haken daran: Die Gemeinden Seibersdorf und Hof müssten zustimmen, dass die Standorte der Windräder weniger als zwei Kilometer von deren Gemeindegrenzen entfernt sind. 

Laut Insidern sei das eine reine Formalsache. Nicht zuletzt deshalb, weil auch ein Ausbau des Windparks Hof zur Diskussion steht. „Maximal sechs bis sieben Windräder“ hätten auf Hofer Gebiet noch Platz, verrät der Geschäftsführer des Energieparks Bruck, Michael Hannesschläger. Der Energiepark Bruck errichtete auch die derzeit fünf Windräder in Hof und ist ein Partnerunternehmen der EVN. Nun mehren sich kritische Stimmen in den Gemeinden, die befürchten, die gesamte Region Au, Hof und Seibersdorf könnte mit Windrädern zugepflastert werden. Die Ortschefs in Au und Hof, Herbert Mihaly (Zukunftsbündnis Mihaly) und Felix Medwenitsch (ÖVP), versichern auf NÖN-Anfrage, dass es keinen Ausbau der Windparks gebe, ohne vorher die Bevölkerung zu befragen. Und im benachbarten Seibersdorf wäre laut Hannesschläger ohnedies nur noch für ein zusätzliches Windrad Platz. „Wir haben die Gemeinde einmal informiert, dass es in dem Gebiet noch Potenzial für weitere Windräder gibt“, erklärt EVN-Pressesprecher Stefan Zach.

Detaillierte Pläne gebe es noch nicht. Nun müssten die Gemeinden sagen, ob sie mit Erweiterungen der Windparks einverstanden sind. Erst dann würden konkrete Projekte gestartet. Diese würden dann im Rahmen von Volksabstimmungen den Bürgern vorgelegt werden. „Wir sind erst am Beginn eines Prozesses“, weiß Energiepark-Chef Hannesschläger. Und EVN-Sprecher Zach ergänzt: „Wir setzen uns gerne mit allen Beteiligten zusammen, um ein transparentes Konzept auszuarbeiten.“

Sicher ist: Selbst wenn alles reibungslos über die Bühne geht, würden neue Windräder frühestens in drei bis vier Jahren in Betrieb gehen.