„Kühne + Nagel“ kommt doch nicht. Die international agierende Spedition nimmt vom Standort Margarethen Abstand. Entscheidung aber noch offen.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 02. Juli 2014 (10:24)
Der Verweis auf „Kühne + Nagel“ wird es zum Margarethner Indus-
triegebiet nie geben.
NOEN, Burggraf
Anfang 2012 kam das Gerücht auf, dass sich die weltweit größte Spedition „Kühne + Nagel“ im Margarethner Industriegebiet ansiedeln wolle. Seitens des international agierenden Unternehmens, welches in Österreich seinen Sitz in Wien-Albern hat, wurde das Interesse stets bestätigt. Einer reellen Umsetzungsphase kam der Logistiker jedoch nur bedingt nahe. Vor allem weil die Zufahrt ins Margarethener Industriegebiet seit Jahren im Argen liegt.

Lediglich über die provisorisch instand gesetzte Brücke beim Musikerheim sind die Betriebsgründe zu erreichen – und das mitten durch den Ort. Keine idealen Voraussetzungen für ein verkehrsintensives Unternehmen, wie es „Kühne + Nagel“ ist. Ursprünglich hätte die prekäre Zufahrtssituation mit der Umsetzung der ÖBB-Spange Götzendorf behoben werden sollen. Diese ist aber seit geraumer Zeit vom Tisch, oder zumindest auf Eis gelegt.

„Es ist ein infrastruktureller Nachteil, keine adäquate Anbindung zur Autobahn zu haben“

Wie eine SP-Delegation rund um Bezirksobfrau Christa Vladyka und die SP-Politiker Leo Heuber und Johann Ackermann (Götzendorf) vor wenigen Tagen von Infrastrukturministerin Doris Bures (ebenfalls SP) persönlich erfuhr, stehen die Chancen auf die Spange denkbar schlecht. Schon vor Monaten forderten Dreierkoalition und auch die SP-Gemeinden der Umgebung eine neue Umfahrungslösung, die mit der Spange gekommen wäre.

Doch genau diese unsichere Lage beim ÖBB-Projekt trug dazu bei, dass „Kühne + Nagel“ vom Standort Margarethen Abstand nimmt. „Es ist ein infrastruktureller Nachteil, keine adäquate Anbindung zur Autobahn zu haben“, so Österreich-Geschäftsführer Franz Braunsberger. Eine finale Entscheidung, wo nun die neue Zentrale in Österreich gebaut wird, werde im dritten Quartal erfolgen. „Margarethen ist in unserer Short-List noch dabei, allerdings mit kaum Chancen“, unterstreich der Speditions-Chef im NÖN-Gespräch. Zu 99,9 Prozent stehe fest, dass Margarethen nicht zum Zug kommen wird – „leider“, so der Enzersdorfer. In der Favoritenrolle würden sich nun eher Standorte entlang der Schnellstraße S1 oder nördlich von Wien befinden.