Kultur beim Winzer: Wein, Wortspiele und Wildschweine. Im Weingut Josef Pimpel ging am Sonntag die dritte Runde des "Winzerslam" über die Bühne. Mit einer Bundesheer-Parodie entschied der Wiener Dichter Simon Tomaz den Schriftsteller*innen-Wettstreit für sich.

Von Josef Rittler. Erstellt am 21. Juli 2021 (09:54)

Seit dem Altertum gehen Wein und Literatur Hand in Hand. Auf dieser effektvollen Kombination beruht auch die Idee des „Winzerslam“. Bei diesem Poetry Slam treten in drei Runden jeweils drei Slammerinnen und Slammer in verschiedenen Weingütern an, um Winzer-Slam-Champ 2021 zu werden. Die dritte Runde ging am Sonntagabend im Weingut Josef Pimpel über die Bühne.

Die Schriftstellerinnen Elena Sarto und Sue Sunshine und der Dichter Simon Tomaz trugen eigene Texte vor, die von der Publikumsjury bewertet wurden. Vorgaben gab´s außer einem Zeitlimit keine, entsprechend bunt gemischt waren die Themen. Die erste Runde steckte die Bandbreite ab: Elena Sarto schilderte ihr Streben nach Originalität, Simon Tomaz widmete sich dem Thema Beziehungen („Lass uns über Sex reden!“) und Sue Sunshine erteilte Stress und Hektik eine in viele Wortspiele verpackte Absage. Stilmittel war bei allen dreien eine Art rhythmischer Prosa, die den einen oder anderen Endreim nicht scheute. Die Bewertungen lagen nicht weit auseinander, im Vordergrund stand ohnehin die Freude am Zuhören. Die meisten Punkte errang letztlich Simon Tomaz mit seiner Schilderung eines Kampfes des Bundesheeres gegen eine Invasion der Wildschweine.

Insgesamt ein unterhaltsamer Abend, nicht zuletzt dank Moderator Jonas Scheiner, der seinerseits Lyrisches zum Besten gab („Die Trauben sind Träume der Reben, Winzer Magier mit Fässern“). Der so gelobte „Magier“ Josef Pimpel stellte eine Auswahl seiner aktuellen Weine vor, Burger und Süßes von Caterer Gerold Pöllmann ließen den Abend kulinarisch ausklingen.